Kein Schadensersatz

Nach Betrug: Aufsichtsrat des Jungen Theaters haftet nicht

Göttingen. Die früheren Aufsichtsratsmitglieder des Jungen Theaters in Göttingen müssen nicht für betrügerische Machenschaften der damaligen Buchhalterin haften. Das hat am Montag das Landgericht Göttingen entschieden. Das Gericht wies damit eine Schadensersatzklage des Insolvenzverwalters gegen den Aufsichtsrat ab.

Das Junge Theater war im Sommer 2010 als Folge von jahrelangen Betrügereien einer Buchhalterin in eine dramatische finanzielle Notlage geraten und hatte Insolvenz anmelden müssen. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Mitarbeiterin Jahresabschlüsse gefälscht und manipulierte Unterlagen vorgelegt hatte. Damit wollte sie vortäuschen, dass die Abschlüsse geprüft worden waren.

Der Insolvenzverwalter hatte daraufhin im Auftrag der Gläubiger die sieben damaligen Aufsichtsratsmitglieder auf mehr als 60.000 Euro Schadensersatz verklagt. Er warf ihnen vor, ihre Aufsichtspflichten verletzt zu haben.

Nach Angaben einer Gerichtssprecherin scheiterte die Klage daran, dass der Insolvenzverwalter während des Zivilverfahrens den Schaden nicht hinreichend dargelegt habe. Da der tatsächliche Schaden nicht fest stehe, habe das Gericht nicht die Frage klären müssen, ob und inwieweit den Aufsichtsrat eine Mitverantwortung treffe.

Bereits Ende 2011 hatte das Arbeitsgericht Göttingen entschieden, dass JT-Intendant Andreas Döring nicht für verschwundene Gelder haftet. Die ehemalige Buchhalterin, die nach Aufdeckung der Manipulationen die fristlose Kündigung erhalten hatte, muss dagegen 62.100 Euro Schadensersatz leisten. (pid)

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