Naturschutzbund: Hornissen stehen auf der Roten Liste für gefährdete Tiere

Keine Angst vor schwarz-gelb

Hornissen beim Nestbau: Die Insekten gehören zu den gefährdeten Arten und stehen auf der Roten Liste.

Göttingen. Ein Plädoyer für den Schutz der Hornisse kommt vom Naturschutzbund (Nabu): Bei der Hornisse handelt es sich um ein wehrhaftes Tier, dessen Stiche Schmerzen verursachen. Dass aber Menschen oder sogar Pferde durch wenige Hornissenstiche getötet werden können, gehört ins Reich der Fabeln, heißt es in einer Pressemitteilung.

Untersuchungen haben ergeben, dass Hornissenstiche nicht gefährlicher sind als die Giftinjektionen von Wespen, Hummeln oder Bienen. Die Giftmenge von 0,3 bis 0,5 Milligramm je Stich kann beim Menschen praktisch keine Schädigungen hervorrufen, so Uwe Zinke. Das gilt natürlich nicht für Menschen, die unter einer Wespen- oder Hornissengiftallergie leiden. In einem solchen Fall ruft das Gift eine krankhafte allergische Reaktion des menschlichen Immunsystems hervor, die den Kreislauf stark belasten und einen Schock hervorrufen kann.

Keine Gefahr

Also: Grundsätzlich sind Hornissen keine Gefahr für den Menschen. Direkte Vernichtungsaktionen sowie Eingriffe in den Lebensraum der Art (wie etwa die Zerstörung der Nistmöglichkeiten oder Einsatz von Giften) haben inzwischen dazu geführt, dass mittel- und langfristig in vielen Teilen der Bundesrepublik ein Aussterben dieser Insektenart zu befürchten ist. Hornissen sind friedliche Tiere. Man kann mit einem Hornissenvolk friedlich zusammenleben. Sie sind nicht die Horrorwesen, als die sie von Menschen vielerorts betrachtet werden, sondern liebenswerte Tiere. Stattdessen vertilgen die Raubinsekten als Nützlinge Insekten. In einem Garten mit Hornissennest wird man schwerlich Fliegen oder Mücken finden. Wird ein Sicherheitsabstand von vier Metern zum Nest eingehalten, entsteht keine Gefahr für Mensch und Tier. Erschütterungen in unmittelbarer Nähe des Nestes würden die Hornissen zum Ausschwärmen verleiten.

Die Hornisse ist bundesweit in der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt. Verstöße dagegen sind strafbar. Unter bestimmten Umständen ist eine Umsetzung des Nests möglich. Dazu gehören Gefahr im Verzug, Kinder unter drei Jahren sowie Allergiker mit Attest. (bsc)

Kontakt: Naturschutzbund, Kreisverband Göttingen, Uwe Zinke, Tel. 0172/5631287 oder 05 51/6 86 37.

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