Frau verlangte Ausstrahlung von Staudte-Film – Verwaltungsgericht weist Klage ab

Keinen Anspruch auf Wunschfilm

Göttingen. Eine Fernsehzuschauerin aus dem Südharz wollte den Norddeutschen Rundfunk (NDR) dazu verpflichten, den auch in Barbis und Bad Lauterberg gedrehten Film „Kirmes“ von Wolfgang Staudte auszustrahlen. Das Verwaltungsgericht in Göttingen lehnte die Klage allerdings ab.

Dass sich Fernsehzuschauer über das Programm ärgern, ist nichts Ungewöhnliches. Dass jemand deswegen vor Gericht zieht, passiert dagegen eher selten. Mit einem solchen Fall hat sich jetzt das Verwaltungsgericht Göttingen beschäftigt.

Eine Frau aus dem Südharz hatte dort gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) geklagt, weil der Sender trotz mehrfacher Nachfragen einen Spielfilm aus dem Jahr 1960 nicht erneut ins Programm genommen hat.

Einzelne Bürger hätten keine individuellen Rechtsansprüche auf eine bestimmte Programmgestaltung urteilte das Gericht (Aktenzeichen 2 A 742/13).

Der Film des Regisseurs Wolfgang Staudte („Die Mörder sind unter uns“), in dem es um die Geschichte eines desertierten Wehrmachtssoldaten geht, lief 1960 im Wettbewerb der Berlinale. Die TV-Nutzerin hatte ihre Klage damit begründet, dass der Film ein Stück Kunstgeschichte sei. Der NDR sei zur Programmvielfalt verpflichtet. Es sei nicht einzusehen, dass der Sender den Film nicht ausstrahle.

Das Gericht verwies dagegen auf die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Danach entscheiden die Rundfunkanstalten eigenverantwortlich und autonom darüber, was zur Erfüllung ihres Grundversorgungsauftrags erforderlich und geboten ist.

Einen Anspruch auf die Ausstrahlung bestimmter Filme gebe es nicht. (pid)

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