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Kinder mit Gewalt zum Essen gezwungen? Kita will Freigestellte weiterbeschäftigen

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Von: Heidi Niemann

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Zwei Erzieherinnen einer Krippe in Duderstadt sollen Kinder mit Gewalt zum Essen gezwungen haben. Die Kita teilt nun mit, die Freigestellten weiterbeschäftigen zu wollen. Eltern reagieren empört.

Duderstadt – Hat es in einer katholischen Kindertagesstätte im Duderstädter Ortsteil Nesselröden im Landkreis Göttingen körperliche Übergriffe auf Kinder gegeben? Dieser Frage geht seit einigen Wochen die Staatsanwaltschaft Göttingen nach.

Anlass des Ermittlungsverfahrens, in dem es um den Verdacht der Kindeswohlgefährdung geht, ist eine aus Kreisen der Elternschaft gestellte Strafanzeige gegen zwei Beschäftigte. Die betreffenden Erzieherinnen waren nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Juli 2022 von der Arbeit freigestellt worden. Jetzt gibt es eine neue Entwicklung.

Duderstadt: Kita will freigestellte Erzieherinnen weiterbeschäftigen

Kinder beim Mittagessen in einer Kindertagesstätte.
In Duderstadt bei Göttingen sollen zwei Erzieherinnen einer Kindertagesstätte Kinder mit Gewalt zum Essen gezwungen haben. Nun hat die Kita mitgeteilt, die betroffenen Frauen weiterbeschäftigen zu wollen. (Symbolbild) © imago stock&people

Die Kirchengemeinde St. Georg hat den Eltern der Kita-Kinder in einem Schreiben mitgeteilt, dass die Erzieherinnen ab der kommenden Woche wieder eingesetzt werden sollen. Diese Entscheidung stößt bei einigen Eltern auf Widerstand. Sie wollen deshalb gerichtlich dagegen vorgehen.

Die Eltern könnten nicht verstehen, warum die Erzieherinnen weiterbeschäftigt werden, obwohl die strafrechtlichen Ermittlungen noch gar nicht abgeschlossen seien, sagt Rechtsanwalt Steffen Hörning, der in dem Verfahren als Nebenklagevertreter mehrerer Eltern fungiert. Insgesamt würden in dem Verfahren sieben Kinder als Geschädigte geführt.

Die Eltern seien besorgt, weil bei einer Weiterbeschäftigung der Erzieherinnen die Kinder wieder auf jene Personen treffen würden, gegen die sich das Ermittlungsverfahren richte. Die Eltern seien aber auch in Sorge um die anderen Kinder.

Katholische Kita Nesselröden: Erzieherinnen sollen Krippenkinder mit Gewalt zum Essen gezwungen haben

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Frank Michael Laue, bestätigte, ist das Verfahren weiterhin bei der Strafverfolgungsbehörde anhängig. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagte er. Medienberichten zufolge sollen Eltern den betreffenden Erzieherinnen unter anderem vorgeworfen haben, Krippenkinder während der Mahlzeiten unter Gewalteinwirkung zum Essen gezwungen zu haben.

Nach Angaben von Nebenklagevertreter Steffen Hörning wollen einige Eltern dies nicht hinnehmen. Er kündigte an, dass diese noch in dieser Woche einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Verwaltungsgericht Göttingen stellen wollen. Mit dem Eilantrag wollten sie verhindern, dass die Erzieherinnen ab Oktober in der Kita weiterbeschäftigt werden. Der Antrag stütze sich auf eine Regelung im Sozialgesetzbuch.

Demnach kann eine Behörde dem Träger einer erlaubnispflichtigen Einrichtung die weitere Beschäftigung des Leiters, eines Beschäftigten oder sonstigen Mitarbeiters ganz oder für bestimmte Funktionen oder Tätigkeiten untersagen, „wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass er die für seine Tätigkeit erforderliche Eignung nicht besitzt.“ (pid)

Immer wieder kommt es in kirchlichen Einrichtungen zu Skandalen, leider sind oftmals Kinder in die Vorfälle involviert. Papst Franziskus soll während einer Reise in Kanada im Sommer 2022 Wiedergutmachung für den Missbrauch tausender indigener Kinder in kirchlichen Schulen leisten.

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