Adelebsen

Hells Angels vor Gericht: Sie wollen Motorräder zurück

Göttingen/Adelebsen. Der verbotene südniedersächsische Rockerclub „Hells Angels MC Charter Göttingen“ beschäftigt weiter die Gerichte.

Einen Monat nach dem Verbot der Vereinigung haben Clubmitglieder insgesamt 15 Klagen beim Verwaltungsgericht Göttingen eingereicht.

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Die Klage richtet sich gegen die Beschlagnahme ihrer Motorräder, Kutten und anderer Gegenstände. Die Mitglieder des verbotenen Hells-Angels-Ablegers wollen die Polizeidirektion Göttingen gerichtlich dazu verpflichten, die entsprechenden Sicherstellungsbescheide aufzuheben und ihnen die beschlagnahmten Gegenstände wieder herauszugeben.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hatte den Göttinger Hells-Angels-Ableger im Oktober verboten. Unmittelbar nach Inkrafttreten des Verbots hatten mehr als 300 Polizisten das Clubdomizil in Adelebsen sowie diverse Wohnungen von Vereinsmitgliedern durchsucht. Die Beamten stellten dabei unter anderem fünf Harley-Davidson-Maschinen und ein weiteres Motorrad sowie diverse Kutten, Computer, Laptops, Handys und Hieb- und Stichwaffen sicher. Nach Angaben eines Gerichtssprechers haben die Clubmitglieder die Klagen fristgerecht eingereicht. Eine Klagebegründung liege noch nicht vor.

Unter den Klägern befindet sich auch der 48-jährige Präsident des Clubs. Dieser sitzt seit Ende September wegen des Verdachts der versuchten räuberischen Erpressung in Untersuchungshaft. Der Kampfsportler soll gemeinsam mit seinem 51-jährigen Bruder unter Drohungen versucht haben, einen 60-jährigen Mann aus dem Raum Hofgeismar um 100 000 Euro zu erpressen. Er soll dem 60-Jährigen vorgeworfen haben, den Verein in Misskredit gebracht zu haben, und dafür hohe Geldsummen als „„Schadensersatz“ gefordert haben. Die Polizei hatte den Club-Präsidenten bei einer fingierten Geldübergabe festgenommen. (pid)

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