Der kleine Prinz: Kinderbuch als Musical in Göttingen auf der Bühne

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Detailverliebte Kostüme und Videoleinwände: „Der Kleine Prinz – Das Musical“ verspricht ein Bühnenfeuerwerk zu werden. Hier schart sich das Ensemble (rechts Moritz Bierbaum als Prinz) um den wie ein General kostümierten König (Ari Gosch).

Göttingen. „Der Kleine Prinz“, das weltbekannte Märchen des Franzosen Antoine de Saint-Exupéry, ist bereits auf alle erdenklichen Arten für Bühne und Leinwand adaptiert worden – nur eben noch nicht als Musical.

Darum kümmerten sich nun die in Deutschland lebende amerikanische Opernsängerin Deborah Sasson und Jochen Sautter, in Paris lebender Regisseur und Choreograph. Am 24. Februar machen sie mit ihrer Inszenierung eines der erfolgreichsten Bücher der Welt Halt in der Göttinger Stadthalle.

Nach „Das Phantom der Oper“ ist der „Prinz“ bereits die zweite Co-Produktion der Beiden. Seit Dezember sind sie, das 14-köpfige Ensemble um Prinzdarsteller Moritz Bierbaum, das zwölf Musiker umfassende Orchester sowie die restlichen 20 Crewmitglieder auf großer Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. In insgesamt 62 Städten bringen sie bis zum 7. März ihre Version des Kinderbuchs auf die Bühne.

Sasson hat eine ganz besondere Beziehung zu dem Buch. Als sie zehn Jahre alt war habe sie es von ihrer Mutter geschenkt bekommen. „Damals habe ich es nicht gemocht“, erinnert sich die ehemalige Broadway-Darstellerin. Doch ihre Mutter habe gesagt, dass sie irgendwann mit Sicherheit zu dem Buch zurückkommen würde. Dass sie das, wie sie sagt, „sehr poetische und philosophische Werk“ jedoch selbst einmal inszenieren würde, dürfte ihre Mutter damals nicht geahnt haben.

Ihre und Sautters Version des „Prinzen“ sei kein Kindertheater geworden, sagt Sasson. Es sei eher ein Stück für Erwachsene geworden, dass sich aber auch Kinder anschauen können.

Verantwortlich für die Musik: Opernsängerin Deborah Sasson (57) hat eine besondere Beziehung zum „Kleinen Prinzen“.

Inszenatorisch setzt das Kreativduo auf den Einsatz zweier Videoleinwände, auf die die Szenerien projiziert werden und die interaktiv mit dem Spiel der Darsteller verflochten werden. Dadurch habe die Inszenierung einen postmodernen Einschlag, bleibe hinsichtlich des Spiels der Darsteller und der Kostümierung jedoch eher naturalistisch.

Inspiration Chaplin

Beim Komponieren der Musik habe sich Sasson auch von der Stimmung großer Filmklassiker mit Charlie Chaplin und Buster Keaton inspirieren lassen.

Die Zuschauer könnten sich in jedem Fall auf opulente Songstrukturen und große Melodiebögen freuen. Warum sie eine Musicalversion von „Der Kleine Prinz“ für nötig hielt? „Es gibt heute viele leere, blöde Geschichten auf der Musicalbühne. Diese Geschichte war es wert.“

Man habe sich trotzdem nah an dem Buch und dessen Struktur orientiert. „Wir wollten die ganze Geschichte erzählen“, in deren Mitte für Sasson die Kernaussage des Stücks liegt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

Ob das Experiment geglückt ist, davon kann sich das Göttinger Publikum am 24. Februar, ab 20 Uhr, in der Stadthalle überzeugen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

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