Kleine Theater knüpfen großes Netz

Novum: (von links) Gerhard Seidel, Inken Kautter, Nico Dietrich, Matthias Schulze-Kraft, Katja Kettner, Michael Müller und Tobias Sosinka beschlossen im Jungen Theater Göttingen zusammenzuarbeiten. Foto: Eriksen

Göttingen. Die Idee gab es schon länger. Jetzt hat Inken Kautter, die mit Gerhard Seidel das Freie Werkstatt-Theater Köln leitet, die Initiative zu einem ersten, informellen Vernetzungsgespräch der vergleichsweise kleinen freien Theater in Deutschland ergriffen.

Göttingen war als Treffpunkt ausgesucht worden, weil alle mit der Bahn an einem Tag hin- und zurückfahren konnten. Matthias Schulze-Kraft ist künstlerischer Leiter des Lichthof-Theaters Hamburg. Katja Kettner ist für Öffentlichkeitsarbeit und internationale Projekte des Pathos in München zuständig. Michael Müller leitet den Theaterdiscounter Berlin. Das gastgebende Junge Theater Göttingen, das als einziges ein festes Ensemble hat, wurde vom Intendanten Nico Dietrich und vom künstlerischen Leiter Tobias Sosinka vertreten.

Nahziel

Die Theaterleute einigten sich als Nahziel darauf, im Zeitraum Herbst 2015 bis Dezember 2016 mehrere Kooperationen auf die Beine zu stellen. Jeweils zwei Theater wollen an einer Produktion zusammenarbeiten und diese auch gemeinsam finanzieren. Natürlich wird das Stück dann auch wenigstens an diesen beiden Orten, im Idealfall an allen sieben beteiligten Bühnen aufgeführt. Aus zeitlichen Gründen fehlten Vertreter des Theaters Rampe in Stuttgart und des Lofft in Leipzig bei diesem ersten Treffen.

Kooperationen sind natürlich nicht neu, betonten die Theaterleute. Aber dass sieben Bühnen aus fünf Bundesländern sich vernetzen, das hat es noch nie gegeben. Durch die Vernetzung erhofft man sich, dass die freien Theater und die Schauspieler bekannter werden, und man freut sich schon auf den künstlerischen und ästhetischen Austausch. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist, dass ein Stück, dass an seinem Heimatort keine Zuschauer mehr zieht, anderswo präsentiert werden kann.

Natürlich sind Gastspiele teuer. Daher wollen die beteiligten Theater jetzt auf Sponsorensuche gehen, bei öffentlichen und anderen Geldgebern. Da die Förderungsstruktur in den Bundesländern unterschiedlich ist, muss man auch auf Fristen und Förderdauer Rücksicht nehmen.

Beim nächsten Vernetzungstreffen im Sommer soll konkret beschlossen werden, welche Stücke von welchen Theatern gemeinsamen produziert werden sollen. Auf alle Fälle wollen die Beteiligten beim zweiten Göttinger Festival der Freien Theater im Herbst 2015 dabei sein. (zäl)

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