Jahresempfang: UMG-Vorstand kündigt Gespräche mit Medizinischer Hochschule an

Uni-Klinik Göttingen kündigt Zusammenarbeit mit Hannover an

Göttingen. Kündigt sich eine Kooperation der größten Uni-Kliniken in Niedersachsen an? Der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) will diesbezüglich Gespräche mit den Verwaltungsspitzen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) führen.

Das kündigte UMG-Vorstand Prof. Dr. Heyo Kroemer am Dienstagabend während des Jahresempfangs an. In Zukunft könne und müsse nicht jede Universitätsklinik alles anbieten. Es werde aus Kostengründen nicht mehr möglich sein, dass jede Uni-Medizin ihre eigene Infrastruktur plant, den Aufbau und Erhalt gewährleistet. Ausgeweitet werden soll auch die Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK).

Kroemer erwartet, dass sich die Uni-Kliniken zu Verbünden zusammenschließen und gemeinsame Infrastrukturen schaffen. Für die UMG und die MHH sei es aufgrund der Nähe „eine unabdingliche Entwicklung, dass die Einrichtungen in manchen Bereichen enger zusammenarbeiten“, sagte Kroemer. „Wir werden Überlegungen in diese Richtung anstoßen und realisieren.“

Die Kooperation mit der MHH käme für die UMG in einem guten Stadium: So könnten die Ergebnisse einer Zusammenarbeit in die Zukunftsplanung inklusive Konzeption des geplanten, etwa 800 Millionen Euro teuren Neubaus einfließen, der für Kroemer unumgänglich und überfällig ist. Seit dem Bau des Klinikums vor fast 40 Jahren seien keine Neubauten mehr vollzogen, dafür aufwändige Erhaltungsarbeiten geleistet worden. Für den Neubau benötige man aber die Hilfe von Außen. „Wir bitten nachdrücklich um Unterstützung bei der Neuerrichtung von Bettenhäusern und dem OP-Trakt.“ Beides sei für die UMG existenziell notwendig. Das ist ein deutlicher Wink mit dem OP-Besteck in Richtung Landesregierung und Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Klajic (Grüne), die sich bei ihrem Antrittsbesuch in der UMG am Dienstag zunächst im Haus umgeschaut und einen „hervorragenden Eindruck“ gewonnen hatte.

Mit Versprechungen aber hielt sie sich zurück, anders als der abgelöste Ministerpräsident David McAllister (CDU) noch im Dezember: Er hatte den Neubau angekündigt und per Spatenstich für den Bau des Herzforschungs-MRT ein Startsignal gesetzt. Die Spaten sind wieder weg, mehr geschehen ist noch nicht.

Die neue Landesregierung behandele die UMG-Generalentwicklungsplanung samt Neubau mit „höchster Priorität“. Auf Schnellschüsse will sich Klajic aber nicht einlassen: „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit, auch für das Großprojekt.“ Planungsfehler könnten teuer werden, alles müsse alles gut vorbereitet sein. Dann wurde sie doch deutlicher: „Ich bin zuversichtlich, dass wir in dieser Legislatur den Grundstein für den Neubau legen.“ Das wäre ein durchaus früher Beginn. Heyo Kroemer und seine Vorstandskollegen werden diesen Satz abgespeichert haben.

Rubriklistenbild: © dpa

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