Uni-Medizin wehrt sich gegen Vorverurteilungen

Göttingen. Am Samstag reagierte die Universitätsmedizin auf einen Bericht im Göttinger Tageblatt vom Samstag: Die darin genannten Zahlen von Lebertransplantationen - zum Teil mehr als 70 pro Jahr - seien falsch.

Höchstwert waren 58 im Jahr 2010. Auch sei - wie im GT behauptet - das Transplantationsprogramm nie eingestellt worden. Zudem hätte es nicht viele Hinweise, sondern nur den einen Hinweis des ehemaligen UMG-Mitarbeiters gegeben, teilt Sprecher Stefan Weller mit.

Im Klinikum gab es nach offiziellen Angaben 2009 genau 55 Lebertransplantationen, 2010 dann 58 und 2011 schließlich 33. Ende 2011 wurde der Leiter der Transplantationschirurgie nach einem Verdacht auf Manipulationen an Patientendaten entlassen. Die UMG lehne Vorverurteilungen von Personen in der Öffentlichkeit strikt ab. Noch gelte der Verdacht und damit die Unschuldsannahme, teilte Stefan Weller mit. Er betonte erneut, dass die Klinik eng mit der Staatsanwaltschaft und der Bundesärztekammer zusammenarbeite, um die Vorwürfe lückenlos aufzuklären und aufzuarbeiten.

Gutes wird übersehen

Stefan Weller bedauerte im Gespräch mit der HNA auch, dass augenblicklich alle Mitarbeiter der Universitätsmedizin von den Vorfällen, der aktuellen Diskussion und dem beschädigten Ruf betroffen seien. „Unter den vielen tausend Mitarbeitern gibt es so viele hervorragende - das wird im Moment leider gar nicht gesehen. Das ist sehr schade“, stellt der UMG-Sprecher mit Bedauern fest. (tko)

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