Knollenblätterpilze sprießen: Experten warnen vor Vergiftungen

Grüne Knollenblätterpilze: Schon der Verzehr geringer Mengen dieses Pilzes kann tödliche Folgen haben. Foto: dpa

Göttingen. Das feucht-heiße Wetter lässt derzeit die Pilze kräftig sprießen. Pilzsammler sollten allerdings besondere Vorsicht walten lassen: Zu den Pilzen, die jetzt vermehrt zu finden sind, gehört auch der Grüne Knollenblätterpilz.

Schon der Verzehr geringer Mengen dieses Pilzes kann tödliche Folgen haben. Darauf weisen die Experten des Giftinformationszentrums-Nord (GIZ-Nord) in Göttingen hin. Es habe bereits einen ersten schweren Vergiftungsfall in Niedersachsen gegeben, sagte eine Sprecherin des GIZ-Nord, das für die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen zuständig ist. Die betroffene Patientin liege seit der vergangenen Woche auf der Intensivstation eines Krankenhauses.

Verwechslungsgefahr

Ursache der schweren Vergiftung war offenbar eine Verwechslung. Die Patientin soll einen Pilz aus ihrem Garten verzehrt haben, den sie irrtümlicherweise für einen Champignon gehaben haben soll. Tatsächlich war es jedoch ein Giftpilz. Solche Verwechslungen kommen immer wieder vor.

Gerade bei vermeintlichen Champignons sollte man größte Vorsicht walten lassen, weil sie leicht mit Knollenblätterpilzen verwechselt werden können, warnen Pilzexperten.

Beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte man sich in das nächste Krankenhaus bringen lassen. Dabei sollten Erbrochenes, Pilzabfälle und Reste der Mahlzeit zur Untersuchung mitgenommen werden, empfehlen die Göttinger Giftexperten.

Bei Knollenblätterpilzvergiftungen machen sich die Vergiftungssymptome erst nach längerer Zeit bemerkbar, meist treten die Beschwerden acht bis zwölf Stunden nach dem Verzehr auf. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Das Gift des Knollenblätterpilzes wirkt vor allem auf die Leber. In schweren Fällen kann nur noch eine Lebertransplantation das Leben retten.

Die meisten tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen gehen auf das Konto des Grünen Knollenblätterpilzes. Die Giftexperten raten Pilzsammlern dringend, keine Pilze zu essen, die sie nicht genau kennen. Bestehe auch nur der geringste Zweifel, ob ein Pilz essbar ist, sollte man ihn stehen lassen. Um Verwechslungen auszuschließen, sollten Pilzsammler die Unterscheidungsmerkmale genau kennen. Ein prägnantes Unterscheidungsmerkmal sind die Lamellen: Champignons haben gefärbte, Knollenblätterpilze immer rein weiße Lamellen. Ein weiteres charakteristisches Kennzeichen des Knollenblätterpilzes ist die Knolle an der Stielbasis. Beim grünen Knollenblätterpilz ist die Knolle allerdings meist im Erdboden verborgen, sagt der Braunschweiger Pilzsachverständige Harry Andersson. Pilzsammler sollten deshalb zur Sicherheit immer ein wenig scharren, um die Stielbasis frei zu legen.

Kontakt: Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen, Tel. 0551 / 19240 (rund um die Uhr) www.giz-nord.de

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