Köhler: Investitionen für Kulturgebäude nicht verschieben

Hoher Investitionsbedarf: Die Stadtverwaltung soll erfassen, wie hoch die Kosten für Sanierungen sind – auch bei dem Gebäude des Deutschen Theaters. Archivfoto: Kopietz

Göttingen. In einigen städtischen Kultur-Gebäuden bröckelt nicht nur der Putz oder es regnet hinein: Der Sanierungsbedarf ist groß. Wie hoch die Kosten dafür bis 2020 sein könnten, das will jetzt der Finanzausschuss wissen und von der Stadt ermitteln lassen.

Die Stadtverwaltung soll deshalb eine Übersicht erstellen. Dafür sprach sich der Finanzausschuss auf Vorschlag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in seiner Sitzung am Dienstag aus.

Folgende Gebäude sollen untersucht werden: Deutsches Theater, Otfried-Müller-Haus (Junges Theater und Kulturzentrum KAZ), Stadthalle, Lokhalle, Musa, Städtisches Museum, Kulturzentrum Godehardstraße, Künstlerhaus sowie Geschäftsstelle der Internationalen Händel-Festspiele am Hainholzweg. Dazu kommen auch die geschätzten Kosten für den Bau des Projekts „Kunst-Quartier“ in der südlichen Innenstadt.

Die Übersicht soll alle notwendigen Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten enthalten. Und mehr als das: Weiterhin sollen Alternativen und deren finanzielle Auswirkungen zu geplanten Um-, Erneuerungs- und Erweiterungsbauten aufgezeigt werden.

Außerdem soll Nebenkosten sowie Mietzahlungen berücksichtigt werden. Abschließend muss der Rat entscheiden, ob die Aufstellung von der Verwaltung erarbeitet werden soll.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) betonte kürzlich einem HNA-Gespräch die Wichtigkeit des Erhalts von städtischen Bauten. „Unsere alten Gebäude dürfen nicht verkommen, das ist eine Geld- und Wertvernichtung“, sagte Köhler.

Seit Jahren sei für einige Gebäude wie das Deutsche Theater oder das Otfried-Müller-Haus zu wenig getan worden. Und wenn man so weitermache könne sich das rächen. Man müsse das auch betriebswirtschaftlich betrachten. In einer Niedrigzinsphase auf wichtige Sanierungen zu verzichten hieße auch in Hochzinsphasen – und dann für nicht mehr aufschiebbare Reparaturen, dafür eventuell viel mehr Geld bezahlen zu müssen. „Man muss sich fragen, ob eine Nichtinvestition jetzt nicht nachhaltig teurer ist. Das kann gefährlich sein.“ Köhlers Appell: „Wir müssen etwas für den baulichen Bestand der städtischen Gebäude tun.“ (bsc/tko)

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