Steinmeier besuchte die Universität

Kommentar zum Steinmeier-Besuch in Göttingen: Kaum bemerkter Bundespräsident

Bundespräsidenten kommen gerne nach Göttingen. Viele waren schon da – nun auch Frank-Walter Steinmeier. Ein Besuch, der von den Göttingern kaum bemerkt wurde. Ein Kommentar von Thomas Kopietz.

Der Bundespräsident in Göttingen: Das ist ein Ereignis, mobilisiert die Menschen. Weit gefehlt: Nur wenige kamen am Mittwochnachmittag zum Wilhelmsplatz, um das Staatsoberhaupt und die First Lady zu sehen.

Warum aber zieht der Bundespräsident nicht? Möglicherweise, weil es ein höchstens teilöffentlicher Besuch war: Der Wilhelmsplatz und die Uni-Aula waren wie Zufahrtsstraßen abgesperrt, die Plätze drinnen nur reserviert für Promis und Presse. Selbst der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt mit Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler durfte nicht einmal fotografiert werden. Ein Bad in der Menge, wie es Vorgänger Joachim Gauck so mochte, war nicht geplant. Für Steinmeier war das kein Problem, er ist ohnehin ein anderer Typ als der volksnahe Gauck, also zurückgenommener, als Ex-Fußballer quasi ein unauffälliger Defensivspieler in der Viererkette. Eine Eigenschaft, die den vielen Sicherheitskräften in Göttingen nicht ungelegen kam.

Vielleicht aber ist der Bundespräsident als Amtsträger heute bei vielen Menschen nicht mehr angesagt. Eventuell werten sie dieses Amt in einer globalen, terrorisierten Welt als weniger bedeutend.

Sie alle aber sollten wissen: Der Bundespräsident kann den Menschen nahe sein und viel in den Köpfen bewirken. Der besonnene Steinmeier besitzt die Fähigkeiten dafür – auch wenn ihm die Publikumsnähe ein wenig abgeht.

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