Konferenz in Göttingen

Konferenz in Göttingen: Neues zum brisanten Thema Stammzell-Forschung 

Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann forscht zu Thema hiPS-Zellen an der UMG und ist ein Referent der Konferenz.

Göttingen. Ein in der Öffentlichkeit umstrittenes Thema wird am Freitag und Samstag an der Uni Göttingen unter aktuellen Forschungs-Gesichtspunkten diskutiert: die Stammzell-Forschung. 

Neuere Untersuchungen beschäftigen sich mit den sogenannten „humanen induzierten pluripotenten Stammzellen“ (hiPS-Zellen).

Das Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) lädt zu diesem Thema am Freitag und Samstag, 20. und 21. Oktober, zu einer Stakeholder-Konferenz, an der auch die Industrie und Patientenvertretungen teilnehmen, in die Alte Mensa in Göttingen ein. 

Die Stakeholder-Konferenz nähert sich dem Diskurs vom medizinethischen Standpunkt aus. „Es ist ein sehr umstrittenes Thema. Wir haben es für nötig befunden, alle mal an einen Tisch zu bringen und die verschiedenen Perspektiven einzufangen“, sagt Hansen, Organisatorin Hansen.

Neben der Anwendung der hiPS-Zellen am Herzen spielt dabei auch die Frage nach der Herkunft der Zellen eine zentrale Rolle. Außerdem geht es darum, Möglichkeiten für eine aktive Einbindung der Patienten in die Forschung auszuloten.

Unbestrittenes Potenzial

Das große Potenzial der hiPS-Zellen ist in der medizinischen Forschung unbestritten. „Das betrifft ganz verschiedene Bereiche“, erläutert Hansen. „Im Moment wird es vor allem für das Herz und das Auge diskutiert.“ Doch bergen die neuen Stammzellbehandlungen, zu denen noch keine klinischen Studien vorliegen, eben auch schwer absehbare Risiken, wie etwa Abstoßungsreaktionen oder Tumorbildung.

Viele Vorträge

Unter dem Titel „Die klinische Translation humaner induzierter pluripotenter Stammzellen“ finden am Freitag (13 bis 19 Uhr) und Samstag (9 bis 13 Uhr) Vorträge und Worshops statt, in denen nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken der neuen Stamzelltherapien erörtert werden sollen.

Das Ziel sei es, „ergebnisoffen zu diskutieren“, bevor erste klinische Forschungen in Deutschland anlaufen. Dafür wurden verschiedene Experten aus den Bereichen Medizin, Recht, Ethik und Wissenschaft eingeladen.

Vorträge und Workshops

Die vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) initiierte Stakeholder-Konferenz zum Thema humane induzierte pluripotente Stammzellen (hiPS-Zellen) hat gewissermaßen „Modell-Charakter“, wie Organisatorin Dr. Solveig Lena Hansen erklärt. Risiken und Chancen der neuen Stammzelltherapien werden in Vorträgen und drei Workshops diskutiert. Die Workshops mit den Schwerpunkten „Kommunikation und Bewertung von Risiken“, „Partizipation von Patientenvertretern in der Translation“, „Anforderungen an die Sicherung von Spenderrechten“ befassen sich primär mit den Problemfeldern. In Kleingruppen können die Teilnehmer ihre Sicht der Dinge darlegen und Lösungsansätze erörtern. So könnten am Ende auch „Leitlinien für die künftige Forschung“ entstehen, sagt Hansen. 

Die Referenten

Prof. Dr. Claudia Wiesemann (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, UMG), Dr. Daniel Besser (German Stem Cell Network, Berlin), Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann (Institut für Pharmakologie und Toxikologie, UMG), Prof. Dr. Steven Hildemann (Global Chief Medical Officer, Merck, Darmstadt), Stephan Kruip (Mukoviszidose e.V., Bonn), Prof. Dr. Gerald Schumann (Paul-Ehrlich-Institut, Langen), Sara Gercke, Dipl.-Jur. Univ., M.A. und Prof. Dr. Jochen Taupitz (beide vom Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim). 

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