Im Uni-Klinikum wurden ein Info-Center für Krebspatienten eingerichtet

Krebszentrum zieht um und führt beteiligte Kliniken zusammen

Krebszentrum in neuen Räumen: Die Universitätsmedizin Göttingen hat umgebaut, zur Freude von Dr. Helge Schumacher (Geschäftsführer Krebszentrum), Prof. Dr. Lorenz Trümper (Direktor Krebszentrum), Margitta Degener (Vorsitzende Verein Horizonte), Andrea Schmidt-Schweda (Krebskrankenschwester) und Dr. Martin Siess (UMG-Vorstand Krankenversorgung). Foto: Kopietz
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Krebszentrum in neuen Räumen: Die Universitätsmedizin Göttingen hat umgebaut, zur Freude von Dr. Helge Schumacher (Geschäftsführer Krebszentrum), Prof. Dr. Lorenz Trümper (Direktor Krebszentrum), Margitta Degener (Vorsitzende Verein Horizonte), Andrea Schmidt-Schweda (Krebskrankenschwester) und Dr. Martin Siess (UMG-Vorstand Krankenversorgung). Foto: Kopietz

Göttingen. Das Universitätskrebszentrum Göttingen (G-CCC) ist einmalig in Niedersachsen, Hessen und Thüringen. Jetzt zog es in neue Räume. Dort wird die patientenbezogene Arbeit der 38 beteiligten Kliniken, Institute und Einrichtungen zusammengeführt.

Die Geschäftsstelle mit Büros ist in der Nähe auch zur Onkologischen Tagesklinik im „Bettenhaus 2“ eingerichtet worden. Warme Farben, wie Rot-Töne, vermitteln ein ganz anderes Klinikum-Gefühl, wie nicht nur Mitarbeiter sagen.

Doch es ist weit mehr als eine Geschäftsstelle entstanden – ein Info-Center, wie der Direktor des Krebszentrums, Prof. Dr. Lorenz Trümper, sagt. „Die Einrichtungen des Krebszentrums sind noch dichter zusammengerückt.“ Für ihn haben die neuen Räume eine entscheidende Funktion: Das Krebszentrum verbessere die personenorientierte Medizin. Denn das Wissen um die Krebserkrankungen und die molekularen Wirkungen nehme zu. „Jeder Krebs ist heute anders“, sagt Trümper. So würden die Ther

Das UniversitätsKrebszentrum Göttingen (Göttingen Comprehensive Cancer Center, G-CCC) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) wurde im Jahr 2008 gegründet und im Jahr 2011 offiziell eröffnet. Leiter ist der Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der UMG, Prof. Dr. Lorenz Trümper. Es ist das einzige CCC in Niedersachsen, Hessen und Thüringen. Es arbeiter interdisziplinär – Experten aus 38 Kliniken, Instituten und Einrichtungen der UMG arbeiten an der möglichst optimalen Versorgung der Krebspatienten. Koopieriert wird mit 21 onkologischen Schwerpunktpraxen und Krankenhäusern der Region – auch in Nordhessen. (tko)

apien stets individueller, zielgerichteter. Umso wichtiger sei das Zusammenspiel der beteiligten medizinischen Disziplinen.

Im Klinikum und Krebszentrum wird interdisziplinär gearbeitet. Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen betreuen die Krebspatienten. Und sie stimmen gemeinsam die Behandlung in Gesprächsrunden, den „Tumorboards“, ab. Dort fließen auch aktuelle Forschungsergebnisse ein.

Der Bedarf für eine noch bessere Vernetzung – auch räumlich – im Universitätskrebszentrum Göttingen war groß: 10.000 Menschen mit Krebserkrankungen werden im G-CCC, dass 2011 eröffnet wurde, pro Jahr betreut und versorgt, darunter gut 3000 neu erkrankte.

Geschäftsstelle und Info-Center sind auch eine Anlaufstelle für krebskranke Menschen, die einen Rat brauchen und Fragen haben, die in der Flut von Informationen nicht mehr weiter wissen. „Wir haben jetzt ein Portal geschaffen, wo es Infos auch über Selbsthilfegruppen, Pflegefragen und die Palliativversorgung gibt“, sagt UMG-Vorstand Dr. Martin Siess. Er hat in den USA erlebt, wie Patienten umfassend versorgt und intensiv beraten werden. Dort sind „Comprehensive Cancer Center“ (CCC) weitaus häufiger als in Deutschland.

Lorenz Trümper hat diese Einrichtungen in Kanada schätzen gelernt. „Wir haben das CCC nicht erfunden, aber es als gute Einrichtung hier in der UMG eingerichtet.“ So treffen im Krebszentrum Göttingen High-Tech-Geräte-Medizin und menschliche Betreuung zusammen: Jetzt gibt es auch eine Krebskrankenschwester: Andrea Schmidt-Schweda steht für Brustkrebspatientinnen als Klinik-„Lotsin“ bereit. Geht es nach Martin Siess, dann könnten weitere, auf spezielle Krebserkrankungen spezialisierte Krankenschwestern folgen.

Von Thomas Kopietz

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