Kriminalstatistik 2017 für Niedersachsen

Pistorius meldet weniger Straftaten, mehr Furcht vor Einbrüchen und Diebstählen

BorisPistorius

Hannover. Die Zahl der Straftaten in Niedersachsen ist erneut rückläufig, die Aufklärungsquote hingegen abermals gestiegen, wie die Landesregierung mitteilt.

526.120 Straftaten wurden laut Innenminister Boris Pistorius (SPD) 2017 registriert, das seien 6,4 Prozent weniger als im Jahr davor.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche, die die Menschen besonders umtreiben, sank im Vorjahresvergleich um rund 17 Prozent, so Pistorius bei Vorlage der Kriminalitätsstatistik in Hannover. Länderübergreifende Ermittlung und das Pilotprojekt zur digitalen Vorhersage von Einbrüchen in Salzgitter, Peine, Wolfenbüttel, Wolfsburg, Osnabrück und Hannover seien erfolgreich.

Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, sank in Niedersachsen nach diesen Angaben auf den niedrigsten Wert seit über 35 Jahren. Ungeachtet des positiven Trends stieg die Furcht der Niedersachsen, Opfer eines Verbrechens zu werden, im vergangenen Jahr nach den Ergebnissen einer Befragung für eine Dunkelfeldstudie an, sagte der Präsident des Landeskriminalamtes (LKA), Uwe Kolmey, ergänzend.

• Insbesondere fürchteten sich die Menschen demnach vor Einbrüchen und Diebstählen. Vor diesem Hintergrund setze sich der Trend zum Tragen von Waffen fort. 5,8 Prozent der Befragten gaben an, ein Messer oder etwa Reizgas bei sich zu tragen. Außerdem nahm die Zahl der Befragten deutlich zu, die ihre Wohnung etwa mit zusätzlichen Riegeln oder einer Alarmanlage vor Einbrüchen schützen. Jeder vierte Befragte kümmert sich inzwischen um zusätzlichen Einbruchschutz.

• Die Anzeigequoten sind überwiegend gestiegen: Computerbezogene Kriminalität, nahezu alle Arten von Körperverletzungsdelikten, Sachbeschädigungen, Bedrohungen und Raubdelikte wurden häufiger angezeigt. Betrugsdelikte und Sexualdelikte wurden seltener angezeigt, die Rückgänge sind jedoch nicht signifikant.

• Die Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge ist laut Kriminalstatistik erkennbar zurückgegangen: „Lässt man die ausländerrechtlichen Verstöße unberücksichtigt, wurden im Vergleich zum Vorjahr nur noch 17 403 Personen, die sich als Flüchtling in Niedersachsen aufhielten, also 1252 weniger als noch im Jahr 2016, als Tatverdächtige einer Straftat ermittelt.“ Die überwiegende Mehrheit der geflüchteten Menschen trete polizeilich nach wie vor nicht in Erscheinung, hieß es weiter.

• Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte ist weiter gestiegen.

DieKriminalität von Minderjährigen hat laut Bericht des Innenministers nach zehn Jahren Rückgang erstmals wieder zugenommen. Die Zahl der aufgeklärten Fälle mit minderjährigen Tatverdächtigen sei von 34 480 auf 35 900 gestiegen. Vorne lägen Diebstahlsdelikte, gefolgt von Rohheitsdelikten, etwa Körperverletzung. (dpa/wrk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.