Gebäude für die Kultur retten

Kulturverbund kämpft um die alte Baptistenkirche und ehemalige Voigtschule

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Gemeinsam gegen den Verkauf von Voigtschule und Baptistenkirche:Kulturverbund Göttingen von links Jean-Paul Garbode, Klaus Wißmann, Christine Büttner, Dr. Joachim Friedrich, Josef Wochnik, Marianne Mühlenberg, Beate Quaas, Beate Kühnhold.

Göttingen. Die ehemalige Voigt-Realschule und die benachbarte, leer stehende Baptisten-Kirche sind optimal dafür geeignet, den eklatanten Raumbedarf der Göttinger Kulturakteure und sozialer Initiativen zu decken.

So lauter das Fazit einer Pressekonferenz des Kulturverbundes Göttingen, der dabei seiner Forderung an die Stadt erneut Nachdruck verlieh, beim Verkauf der beiden Gebäude in der Bürgerstraße der kulturellen Nutzung den Vorrang einzuräumen.

„Göttingen mangelt es dramatisch an Probe- und Übungsräumen“, betonte Kulturverbund-Sprecher Dr. Joachim Friedrich. Von dieser Raumnot seien sowohl Orchester und Ensembles als auch Bands, Vereine und soziale Initiativen betroffen.

Auf dem Podium warben denn auch Vertreter der Vereine Kreuzberg on Kultour, Musi-Kuss, ERIK, der Deutsch-Russischen Gesellschaft und der Filmkunstfreunde Göttingen sowie von den Göttinger Nostalgikern und mehrere Musiklehrer und Chorleiter für den Verkauf an den Kulturverbund. Sie alle ziehen an einem Strang, nutzen die Räumlichkeiten schon jetzt für Übungszwecke und Auftritte oder wollen dies nach einem Kauf durch den Kulturverbund tun.

„Damit wir aber tatsächlich Eigentümer der beiden Gebäude werden können, müssen wir uns gegen andere Bieter durchsetzen“, sagt Dr. Joachim Friedrich. Im entsprechenden Exposé der Stadt Göttingen stehe geschrieben, dass bei der Vergabe die Kaufpreishöhe mit 50 Prozent, das Nutzungskonzept mit 40 Prozent und das Freiflächenkonzept mit zehn Prozent gewichtet werde.

Gemeinsam gegen den Verkauf von Voigtschule und Baptistenkirche:Kulturverbund Göttingen von links Jean-Paul Garbode, Klaus Wißmann, Christine Büttner, Dr. Joachim Friedrich, Josef Wochnik, Marianne Mühlenberg, Beate Quaas, Beate Kühnhold.

Eine Vorgehen, das Uwe Scheibler vom Verein Stadt und Planung Göttingen „unprofessionell und unverantwortlich“ bezeichnete. „Große Teile der ehemalige Voigt-Realschule und des Freigeländes stehen unter Denkmals- und Naturschutz“, so Scheibler. Während bei einer Nutzung durch die Kulturschaffenden Göttingen kaum Veränderungen vorgenommen werden müssten, hätte ein Verkauf an einen privaten Investor mit großer Sicherheit große Umbaumaßnahmen zur Folge.

Auch der Umstand, dass noch zu keinem Zeitpunkt über eine langfristige Verpachtung der Gebäude gesprochen worden sei und dass über den Verkauf in nicht öffentlicher Sitzung entschieden werden soll, sei sehr bedenklich.

„Es ist jetzt die Aufgabe der Politik, entsprechende Korrekturen vorzunehmen“, so Scheibler. Sein Verein habe der Stadtverwaltung deshalb erst kürzlich empfohlen, das Verfahren zunächst einmal abzusetzen und genau zu prüfen.

Von Per Schröter

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