KUNST-Gala: Appell für das Miteinander - Flüchtlinge auf der Bühne

Geflüchtete als Akteure auf der Bühne bei der Göttinger KUNST-Gala: Das Boat People Song Projekt mit Sänger Reshad Sultani. Gezeigt und bejubelt wurde auch der Film „Connected“, den unbetreute jugendliche Flüchtlinge gedreht hatten. Foto: Jelinek

Göttingen. Die KUNST-Gala am Sonntag in der Stadthalle setzte ein starkes Zeichen: finanziell für die Unterstützung von Flüchtlingsprojekten und generell für die Verständigung, das Miteinander von Deutschen und Menschen aus anderen Nationen.

Gefüllt: Eine fast bis auf den letzten Platz besetzte Stadthalle – ein mehr als zweistündiges Hauptprogramm, Pausenmusik auf vier Bühnen und Ansagen in vielen Sprachen: das war die – überaus gelungene – Göttinger KUNST-Gala.

Komplett: Der stattliche Erlös geht komplett – auch dank einiger Sponsoren – in Projekte der Flüchtlingsarbeit in Göttingen. Und viele Geflüchtete waren in den Ablauf der KUNST-Gala eingebunden, als Akteure auf der Bühne. Toll!

Vielsprachig: Geflüchtete und in Göttingen lebende Menschen, die aus anderen Staaten wie China oder Russland stammen, sagten in ihren Landessprachen die Acts, meist nachdem die Moderatoren Nina de la Chevallerie und Tobias Wolff die Punkte vorgestellt hatten. Wie immer bei der Gala präsentierten Göttinger Kultur-Akteure Programmausschnitte aus Theater, Musik, Tanz und Comedy.

Alleingelassen: Alexes Kara hatte ein Heimspiel. Der Göttinger ist Mitglied der Bonner „Springmaus“ und als „Dennis Knossalla“ Akteur der ZDF-Heute-Show. Kara witzelte auf der Bühne vor allem über sich und die Folgen seines Vornamens, der in Deutschland oft einer Frau zugeordnet wird. Viel Beifall gab es für Alexis Kara, den Mann, der sonst nicht alleine auftritt, es aber bravourös hinbekam.

Herausragend: Das war auch der Auftritt des Interkulturellen Orchesters um Hans Kaul. Das gibt es seit August 2013 und bringt Musiker und Instrumente aus verschiedenen Ländern zusammen. Wunderbar war die am Ende umjubelte Version eines Stückes von Angelo Branduardi.

Eindrucksvoll: Nicht minder imponierend war der Auftritt von Jugendlichen des Boat People Song Projekt. Geflüchtete Jugendliche sangen gemeinsam mit Göttinger Jugendlichen auf der Bühne. Sie stellten einen Ausschnitt des Stückes „Flutlicht“ mit Liedern aus Afghanistan und Syrien vor, mit Reshad Sultani und Bushkin Mohammed Ali.

Dynamisch: Für Wirbel sorgten die Schauspieler des Jungen Theaters mit Ausschnitten aus ihrem fulminanten Stück „Money, Money, Money“ – ebenso die Choreographie von Judith Kara und ihrer Ballettschule „Art la danse“: Kinder und Jugendliche tanzten „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“.

Freizügig-frech: Der Auftritt von Felicas Madl und Nancy Pönitz mit einer Essenz aus dem Deutschen-Theater-Stück „Tigermilch“ – zwei 14-Jährige auf der Suche nach ihrem Weg im Leben und in der Liebe.

Abgehoben: Die Akrobatik am Tuch von Natalie Nowak. „Colour of Life“ entfachte den ersten Jubelsturm in der Halle.

Intensiv: Das war das Finale mit allen Akteuren auf der Bühne und einem Song der Band „Kyles Tolone“- Fazit: Ein wunderbarer Abend mit der Botschaft: Flüchtlinge und Menschen aus anderen Ländern stärken die Kultur in Deutschland.

KUNST-Gala in Göttinger Stadthalle

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.