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Kuriose Polizeieinsätze: Wenn auf Streife ein Teddybär gerettet wird

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Der Fundbär (rechts) wartet weiter bei der Göttinger Polizei auf seinen Besitzer. Er hatte sich schnell mit Bärin Kitty und Beamtin Paulina angefreundet.
Der Fundbär (rechts) wartet weiter bei der Göttinger Polizei auf seinen Besitzer. Er hatte sich schnell mit Bärin Kitty und Beamtin Paulina angefreundet. © Polizei/nh

Polizeibeamte werden im Dienst oft vor kuriose Herausforderungen gestellt. Bei der Göttinger Polizei gab es im Jahr 2022 eine ganze Reihe von besonderen Ereignissen.

Göttingen – Mit vielen nicht alltäglichen Ereignissen muss sich die Göttinger Polizei auseinandersetzen, wie ein Blick auf die kuriosen Fälle des vergangenen Jahres zeigt.

Goldring im Parkhaus

Im Göttinger Parkhaus „Carré“ an der Reitstallstraße wurde Anfang Januar ein markanter Fingerschmuck entdeckt und bei der Innenstadtwache der Polizei am Markt abgegeben.

Dieser Goldring wurde in einem Parkhaus gefunden.
Dieser Goldring wurde in einem Parkhaus gefunden. © Polizei Göttingen/nh

Dass sich niemand dort melden würde, konnte sich die Polizei nicht vorstellen. Aber es kam so. Nachdem das auffällige Schmuckstück einige Tage auf der kleinen Dienststelle vergeblich auf Abholung gewartet hatte, wurde der Ring dem Fundbüro übergeben. Der Ausgang der Geschichte ist nicht bekannt.

Ehering wieder da

Nach fast 50 Jahren tauchte ein Ehering im Wald am Södderich bei Waake wieder auf. Während einer bodenkundlichen Exkursion hatte im Wintersemester 1975/76 der 25 Jahre alte, frisch verheiratete Fortstudent Volkmar Broese dort seinen Ehering verloren. Ein Jahr später ließ er sich beim Juwelier ein neues Exemplar anfertigen, das ihm aber gestohlen wurde. Im Sommersemester 2022 fand ein 24-jähriger Forststudent mit seinen Kommilitonen bei einer bodenkundlichen Exkursion etwas Hartes und Glänzendes. Eine Professorin brachte den Ring zur Polizei. Es folgten umfangreiche Recherchen, denn nur die Gravur auf der Ring-Innenseite gab erste Hinweise. Schließlich wurde der Besitzer gefunden. Der Mann feiert 2024 goldene Hochzeit. Was für eine vorbildliche Ermittlungsarbeit „im Namen der Liebe“.

Tatzengröße 15

Auch große Teddybären gehen verloren: Der Fund eines kuschligen Exemplars dieser liebenswerten Gattung hob sich jedenfalls im Juli vom Alltagsgeschäft ab. An der B  3 bei Bovenden hatte eine Funkstreife den ungewöhnlichen Fund aufgelesen. Der flauschige Geselle mit dem zarten, hellbraunen Fell lag auf dem Einfädelungsstreifen der Auffahrt Bovenden in Fahrtrichtung Göttingen. Dort entdeckte ihn ein vorbeikommender Autofahrer und informierte die Polizei. Kurioser Zufall oder sogar Schicksal, denn den „Bären“-Einsatz übernahm die Dienstabteilung, die fünf Jahre zuvor im Göttinger Stadtteil Grone die Teddybärin Kitty aufgegriffen hatte. Sie konnte nie vermittelt werden und wohnt seitdem fest im Polizei-Dienstgebäude an der Otto-Hahn-Straße. Auch der Weg des kleinen Fundbären führte nach Weende.

Auf der Wache brachten die Beamten den Neuankömmling und Kitty zusammen. „Nur sie weiß genau, wie man sich in einer solchen Situation fühlt“, dachte man sich bei der Polizei. Dennoch: Der kleine Bär sagte kein Wort. Das Geheimnis, wie der Bär an diesem Morgen an die viel befahrene Bundesstraße 3 kam, ist übrigens bis heute nicht gelüftet.

Ehrlicher Finder

Für eine Dame aus Thüringen war schon früher Weihnachten: Die in Duderstadt arbeitende Frau hatte am Vormittag des 16. Dezember an einem Geldautomaten 800 Euro abgehoben, die Scheine dann aber versehentlich in der Automatenbox vergessen. Wenig später beim Einkauf im Supermarkt bemerkte sie das fehlende Geld. In der Zwischenzeit fand ein 55 Jahre alter Mann aus der Gemeinde Gleichen die Summe und brachte die Scheine zur Duderstädter Polizei. Dort konnte die Besitzerin das Geld am gleichen Tag wieder in Empfang nehmen.

Autotransport der besonderen Art

Auf der Autobahn 7 haben Beamte der Göttinger Autobahnpolizei Mitte April einen Lastwagen aus Tschechien gestoppt, der nicht nur mehrere Baumstämme, sondern darauf auch noch ein Auto transportierte. Andere Verkehrsteilnehmer war der ungewöhnliche Transport aufgefallen. Sie hatten den Notruf gewählt. Eine Funkstreife der Autobahnpolizei lotste den Lastwagen auf die Rastanlage Göttingen-Ost.

Ungewöhnlicher Transport: Der Fahrer aus Tschechien hatte verbotenerweise Baumstämme und ein Auto obendrauf geladen.
Ungewöhnlicher Transport: Der Fahrer aus Tschechien hatte verbotenerweise Baumstämme und ein Auto obendrauf geladen. © Polizei Göttingen/nh

Bei der genauen Begutachtung der Fahrzeugkombination stellten die Experten erhebliche Mängel fest. Der Lastwagen wurde von den Beamten bis zur Beseitigung der Mängel mit einer Stahlkette gesichert. Am Abend hatte der Mann die monierten Mängel beseitigt und durfte seine Fahrt fortsetzen. Für die mangelhafte Ladungssicherung behielten die Beamten eine Sicherheitsleistung in Höhe von 85 Euro ein.

Ladung stand nach hinten über

Im Stadtgebiet von Göttingen haben Beamte der Autobahnpolizei Göttingen Anfang Mai während einer Verkehrskontrolle einen Transporter eines Handwerksbetriebs aus Nordrhein-Westfalen aus dem Verkehr gezogen. Der Wagen war zuvor von mehreren Verkehrsteilnehmern gemeldet worden, die sich aufgrund der weit nach hinten überstehenden Ladung Sorgen um die Stabilität des Fahrzeugs machten. Unter anderem berichteten die Zeugen übereinstimmend, dass der Transporter bei kleinsten Unebenheiten im Fahrbahnbelag auf dem hinteren Radkasten aufsetzen und die Vorderachse nahezu den kompletten Bodenkontakt verlieren würde. Die anschließende Begutachtung durch Experten der Autobahnpolizei bestätigte diese Eindrücke. So war das in dem Wagen transportierte Holz nicht korrekt gesichert und stand außerdem 2,55 Meter nach hinten über. Ebenso konnte vor Ort festgestellt werden, dass die gesamte Stabilität des Fahrzeuges unter der falsch verteilten Beladung litt. Die Beamten leiteten gegen den 56-jährigen Fahrer und den Halter Bußgeldverfahren ein. Die Weiterfahrt wurde noch vor Ort untersagt.

Das Plastikschwein

Geklaut wird überall, auch in Göttingen. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, wechselt da schon mal den Besitzer. Unfreiwillig. Manchmal geht die Sache gut aus und zumindest das gestohlene Gut findet wieder den Weg zurück an seinen angestammten Platz. Für ein gestohlenes Deko-Schwein war das so. Das aus einem Burger-Restaurant in der Göttinger Innenstadt verschwundene Plastikschwein war bald wieder zurück im „heimischen Stall“. Unbekannte hatten die lebensgroße Nachbildung an einem Abend im Juli mutmaßlich durch den Notausgang des Lokales verschleppt.

Glückliches „Hans im Glück“-Team: Das Schwein und damit die zentrale Figur der Restaurantkette ist wieder zuhause. Die Polizei musste sich zuvor mit dem Fall befassen.
Glückliches „Hans im Glück“-Team: Das Schwein und damit die zentrale Figur der Restaurantkette ist wieder zuhause. Die Polizei musste sich zuvor mit dem Fall befassen. © Hand im Glick/nh

Danach hatte niemand die „dunkle Schönheit“ gesehen, glaubte man. Doch so war es gar nicht. Nach einer Suchmeldung gingen bei der Polizei in kurzer Zeit gleich mehrere Hinweise ein, die nicht nur die Tatzeit näher eingrenzten, sondern außerdem Angaben dazu enthielten, was mit der Entführten geschehen war. Ein Mitarbeiter eines Hausmeisterservice brachte das gute Stück bei der Polizei vorbei und übergab es an den zuständigen Ermittler. Bei der Polizei holte es der Eigentümer ab. Die Suche nach den mutmaßlichen Entführern, die offensichtlich mal richtig „die Sau rauslassen wollten“, geht weiter.

Keine Spur: Dieser Engel wurde in Göttingen gestohlen.
Keine Spur: Dieser Engel wurde in Göttingen gestohlen. © Stadt Göttingen/nh

Bislang keine Spur von Skulptur und Brunnen

Leider noch immer spurlos verschwunden sind seit Mitte November eine Engelsskulptur vom Göttinger Stadtfriedhof und seit Ende November ein markanter Bronzespringbrunnen, den ziemlich dreiste Diebe von einem Privatgrundstück im Nikolausberger Weg abtransportiert hatten. Die Polizei hofft weiterhin auf Hinweise.

Verschwunden: ein Bronzebrunnen.
Verschwunden: ein Bronzebrunnen. © Polizei/nh

Drink als Löschmittel

Ein besonderes Löschmittel setzte ein 40 Jahre alter Autofahrers Mitte Dezember auf dem Friedländer Weg in Göttingen ein, als er plötzlich während der Fahrt Rauch im Innenraum seines Wagens feststellte. Der Göttinger tat nun zunächst das, was wohl jeder tun würde: Er hielt sein Auto an und öffnete sofort die Motorhaube. Der Ursprung der Rauchentwicklung war ganz schnell lokalisiert. Es qualmte im Bereich des Sicherungskastens. Was allerdings jetzt passierte, wäre vielleicht nicht jedem sofort in den Sinn gekommen. Mit einer Dose „Energiedrink“ löschte der 40-Jährige den Kleinbrand mal eben kurzerhand und ohne Probleme. Das Getränk, das eigentlich „Flügel verleihen soll“, entpuppte sich als Zaubertrank, der ganz offensichtlich noch mehr kann. Jedenfalls war das Feuer aus. Grandiose Idee.

Mit dem Rad auf A 7

Ein mutmaßlich unter Drogeneinfluss stehenden Mann aus Göttingen wurde von der Autobahnpolizei am Abend des 21. Dezember in Höhe der Anschlussstelle Nörten-Hardenberg gestoppt. Er wollte nach eigenen Angaben auf dem Seitenstreifen nach Hannover fahren. Verkehrsteilnehmer hatten ihn jedoch zuvor gesichtet und umgehend den Notruf gewählt. Damit war der so schön geplante Ausflug abrupt zu Ende. Eine Funkstreife der Autobahnpolizei rückte aus. Bei der anschließenden Verkehrskontrolle zeigte sich der 27-Jährige uneinsichtig und musste letztlich zu Boden gebracht werden. Er setzte sich dagegen auch noch körperlich zur Wehr. Der Abend endete für ihn mit einer Blutprobe und einem Aufenthalt in der Gewahrsamszelle. (Bernd Schlegel)

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