Kühlanlagen auf Gelände erzeugen starke Geräusche – Standortleiter verspricht Abhilfe

Lärm: Anwohner streiten mit Göttinger Zentrum für Luft- und Raumfahrt

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Das Göttinger DLR-Gelände in der Nähe der Bürgerstraße aus der Luft: Es ist von zahlreichen Wohnhäusern umgeben. Die Anwohner klagen über Lärm. Den verursacht offenbar das Kühlsystem für wichtige Anlagen des DLR.

Göttingen. Zahlreiche Anwohner des Standorts Göttingen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind sauer. Grund ist die Lärmbelastung. Standortleiter Professor Dr. Joachim Block verspricht ihnen Abhilfe.

Keine Ruhe

Ein Anwohner brachte während der Sitzung des Göttinger Bauausschusses seinen Ärger auf den Punkt: „Man hat keine Ruhe.“ Eine andere Anwohnerin bestätigte: Aus ihrer Sicht seien das keine Geräusche mehr, sondern Lärm.

Probleme mit Kühlturm

Prof. Dr. Joachim Block

Probleme macht seit Jahren der Kühlturm auf dem DLR-Gelände: Er wird für die Abkühlung von Wasser benötigt. An das Kühlwassersystem sind über Rohrleitungen wichtige Anlagen (zum Beispiel das Rechenzentrum) auf dem DLR-Gelände angeschlossen. Wenn die Ventilatoren anfahren beziehungsweise auf Volllast laufen, ist die Lärmbelastung offenbar besonders groß. Und das stört die Anwohner seit Jahren gewaltig, wurde in der Sitzung des Göttinger Bauausschusses am Donnerstag deutlich. Inzwischen verzichtet das Institut beispielsweise auf die höchste Stufe bei den Ventilatoren, um den Lärm zu vermindern.

Rechtliche Vorgaben

Nach den rechtlichen Vorgaben darf das DLR tagsüber eine Lärmbelastung von 60 Dezibel erzeugen. Das entspricht der Lautstärke eines Fernsehers. Messungen des Gewerbeaufsichtsamtes, das die Anwohner eingeschaltet haben, ergaben inzwischen einen Wert von 56,7 Dezibel. Die Grenzwerte werden also eingehalten.

Starker Pfeifton

Inzwischen gibt es aber noch ein weiteres Problem: Die Anwohner klagen tagsüber und auch nachts über einen hohen Pfeifton, der vom DLR-Gelände kommt. Auch der hat, so das DLR, mit der Kühlung zu tun. Das Kühlwasser wird mit Pumpen beispielsweise zum Rechenzentrum gedrückt. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass eine Pumpe Vibrationen verursacht, die sich auf das Rohrleitungssystem übertragen. Die Folge ist der Pfeifton. Deshalb soll die Pumpe nun einen Dämpfer bekommen.

Gesprächsangebot

Standortleiter Prof. Dr. Joachim Block bestätigte ebenso wie das Gewerbeaufsichtsamt den Pfeifton. Block machte deutlich, dass bei der Erneuerung von Anlagen auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt auf das Thema Lärmreduzierung geachtet werde. So werden, wenn es möglich ist, beispielsweise Stahl- durch Kunststoffrohre ersetzt. In Richtung der Anwohner sagte Block während der Sitzung: „Wir werden ihre Beschwerden ernst nehmen. Wir reden mit ihnen.“

Erneute Diskussion

In etwa einem halben Jahr soll über das Lärmproblem erneut in einem Ausschuss beraten werden. (bsc)

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