Land gibt Geld: Im Schnellbus von Duderstadt zum Göttinger Bahnhof

Olaf Lies

Hannover/Göttingen. Von Duderstadt, Hann. Münden und Goslar mit dem Bus im Stundentakt schnell und bequem nach Göttingen: Niedersachsen will mittelgroße Städte ohne oder mit nur unzureichendem Bahnanschluss besser anbinden.

Landesweit 35 Verbindungen kommen nach einer Studie für das Verkehrsministerium für das neue Schnellbusnetz in Betracht, darunter auch die Strecken Holzminden-Springe, Osterode-Goslar, Herzberg-Wernigerode und Bad Harzburg-Nordhausen. Die erste Landes-Linie soll im Mai zwischen Oldenburg und Westerstede (Kreis Ammerland) den Dienst aufnehmen.

„Mobilität ist ein Stück Lebensqualität“, sagte Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) am Montag in Hannover. Gerade Menschen im ländlichen Raum bräuchten attraktive Angebote für Bus und Bahn, es gehe daher darum, möglichst viele Regionen mit überregional bedeutsamen Bahnknoten zu verknüpfen. Das Land will die neuen Linien mit bis zu zehn Millionen Euro jährlich bezuschussen.

Dafür müssen die Verbindungen gewisse Mindestbedingungen erfüllen: Die barrierefreien Busse sollten zwischen 6 Uhr und 23 Uhr im Stundentakt verkehren sowie mit komfortablen Sitzen, Klimaanlage und kabellosem Internetzugang ausgestattet sein. Außerdem sollen sie in Echtzeitsysteme eingebunden werden, also ihre genauen Abfahrtzeiten an den Haltestellen anzeigen.

Die neuen Linien dürfen bestehenden Verbindungen keine Konkurrenz machen, sondern müssen vielmehr eine echte Alternative ohne Umstieg und mit erheblichen Zeitgewinn bieten. „Sie sollen nicht an jeder Milchkanne halten“, meinte der Minister. Ziel sei es, dass die Reisezeit unter dem Anderthalbfachen eines privaten Autos liege. 15 dieser Schnellstrecken könne man bereits in den nächsten drei Jahren ins Leben rufen.

Konkrete Überlegungen gibt es bereits für die Strecke Duderstadt-Göttingen. Die Studie hat hier eine Ersparnis von bis zu 20 Minuten gegenüber den gewöhnlichen Bussen errechnet. Bei nur noch fünf Halten könnten es die Schnellbusse künftig in 52 Minuten schaffen. Tempo-Zuschläge sollten dabei aber überall tabu sein, betonte Olaf Lies.

Mit ihren Tickets bezahlen die Fahrgäste etwa 30 Prozent der Betriebskosten. Die Landeszuschüsse sollen die Hälfte des verbleibenden Defizits abdecken, für die andere müssen die Landkreise als Aufgabenträger des öffentlichen Busverkehrs aufkommen.

Insgesamt fließen in diesem Jahr rund 133 Millionen Euro in den ÖPNV, fast die Hälfte davon sollen 46 neue Stadtbahnwagen in Hannover finanzieren.

Fast 23 Millionen Euro schießt das Land Niedersachsen für den Kauf von 229 Bussen zu, von diesen sollen 13 in Göttingen und vier in der Eichsfeld-Metropole Duderstadt stationiert werden.

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