Peter Mlodoch über die Woche in Hannover

Von der Landesflucht eines Politikers und dem Frühstück der Besten

Peter Mlodoch. Foto: privat

Niedersachsen verliert einen wichtigen Einwohner. Der Chef der Staatskanzlei, Jörg Mielke (SPD), zieht derzeit von Osterholz-Scharmbeck, wo er bis zum Frühjahr 2013 als Landrat residierte, ins benachbarte Bremen.

Der Wechsel des Bundeslandes soll freilich weder ein Bekenntnis für eine Länderneugliederung noch ein Beitrag für einen gerechteren Länderfinanzausgleich in Form einer anderen Einwohnergewichtung sein.

Der neue Wohnsitz sei vielmehr privaten und persönlichen Gründen von Mielkes Familie geschuldet, heißt es in Hannover. Ein Premiere ist diese Form der Landesflucht ohnehin nicht: Mielkes Staatssekretärs-Kollegin Anke Pörksen (SPD) wohnt trotz ihres Postens als niedersächsische Regierungssprecherin weiterhin bei ihrer Familie im Stadtstaat Hamburg.

Wenn in der nächsten Woche Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Reinhard Meyer (SPD) feierlich die wiederbelebte Fährverbindung Cuxhaven-Brunsbüttel eröffnen, ist ein Geheimnis bereits längst gelüftet: die Namen der beiden Pendel-Schiffe.

„Grete“ heißt das eine, „Anne-Marie“ das andere. Damit sind auch die spöttischen Spekulationen der niedersächsischen FDP-Fraktion erledigt, wonach eine Fähre „Daniela“ hätte heißen sollen – benannt nach Verkehrs-Staatssekretärin Daniela Behrens (SPD), die aus dem Landkreis Cuxhaven stammt und sich seit jeher für diese Elbquerung stark gemacht hat. Ganz leer geht die Genossin jedoch nicht aus: Behrens darf immerhin die „Grete“ taufen.

Es gab belegte Brötchen und gesundes Obst sowie gute Ratschläge ihres obersten Chefs. Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) hatte die erfolgreichsten Absolventen der Steuerakademie Niedersachsen zum „Frühstück der Besten“ in sein Ministerium nach Hannover eingeladen. Jeweils drei Anwärter des mittleren und des gehoben Dienstes hatten die Ehre, in beiden Gruppen waren die Frauen in der Zwei-Drittel-Mehrheit. „Verlieren Sie nie den Blick auf die vielen interessanten Seiten Ihres Berufs. Seien Sie offen für Neues und bilden Sie sich fort“, gab Schneider den Finanzbeamten in Spe mit auf den Weg. „So legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.“

Der Ausflug zum Frühstück bleibt für die Anwärter übrigens ohne finanzielle Folgen: „Da es sich um einen dienstlichen Anlass handelte, können sie bei ihren jeweiligen Finanzämtern Reisekostenerstattung beantragen“, teilte das Ministerium mit. „Und Urlaub mussten sie dafür auch nicht nehmen.“

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