Im Landkreis müssten achtmal mehr Wohnungen gebaut werden

Viel zu selten: Schlüsselübergabe nach Fertigstellung einer Wohnung. Im Landkreis Göttingen fehlen nach einer Analyse des Pestel-Instituts Hannover aktuell 2460 Wohnungen. Foto: nh

Göttingen. Da in diesem Jahr im Landkreis Göttingen rund 1200 zusätzliche Wohnungen für Flüchtlinge benötigt werden, steigt der Gesamt-Wohnungsbedarf auf 2460 Wohnungen. Um diesen Bedarf zu decken, müssten achtmal mehr Wohnungen als im Schnitt der vergangenen Jahre fertiggestellt werden.

Das geht aus einer Analyse des Pestel-Instituts in Hannover hervor, das sich auf eine Untersuchung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (BAU) beruft. Die IG BAU hatte die Analyse zusammen mit dem Baustoffhandel, der Deutschen Gesellschaft für Wohnungsbau sowie Architekten und Ingenieuren in Auftrag gegeben.

Es sei „zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern und beim Leerstand kräftig zu sanieren“, fordert Instituts-Leiter Matthias Günther: „Es fehlen bezahlbare Wohnungen. Vor allem Sozialwohnungen für Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung, einkommensschwache Haushalte und Flüchtlinge.“

Um den Wohnungsneubau anzukurbeln, mehr leer stehende Wohnungen zu sanieren und im sozialen Wohnungsbau zu einem Neustart zu kommen, regt das Pestel-Institut zinslose Darlehen und Investitionszulagen für genossenschaftliche und kommunale Wohnungsunternehmen an. Um private Investoren zu gewinnen, schlagen die Wissenschaftler steuerliche Anreize vor. So sollte regional und zeitlich begrenzt in Verbindung mit Mietobergrenzen eine gleichbleibende Abschreibung für Abnutzung von vier Prozent eingeführt werden, ebenso eine abnehmende Abschreibung mit anfänglich zehn Prozent, um den sozialen Wohnungsbau zu stärken.

An die Adresse der heimischen Bundestagsabgeordneten gerichtet fügt Günther hinzu: „Es muss dringend etwas passieren. Andernfalls droht eine Wohnungskrise, die das Potenzial hat, an vielen Orten zu erheblichen sozialen Spannungen zu führen.“

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