Nach zwei Jahren Bauzeit

Aus 5,38 wurden 8,4 Millionen Euro: Sporthalle in Groß Schneen deutlich teurer

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Einweihungsfeier: Mit einem asiatisch angehauchten Stangentanz nahmen Schülerinnen die neue Sporthalle in Groß Schneen in Besitz.

Nach einer zweijährigen Bauphase kann die 8,4 Millionen teure, neue Drei-Felder-Sporthalle in Groß Schneen nun genutzt werden.  Die Kosten für das Projekt hatten sich deutlich erhöht.

Sportlich aktiv werden dort vor allem die etwa 600 Schülerinnen und Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule sowie Mitglieder von Vereinen aus der Friedländer Ortschaft und aus der Nachbarschaft sein.

Der Landkreis Göttingen als Schulträger musste den Neubau in Angriff nehmen, nachdem ein Starkregen im August 2015 den Vorgängerbau „unrettbar beschädigt“ hatte, sagte Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD) bei der Einweihung. Er erinnerte daran, dass die 30 Jahre alte Vorgängerhalle damals etwa 200 Geflüchteten als Notunterkunft gedient hatte. Einen halben Meter hoch habe damals das Wasser in der Halle gestanden. 

Modernste Bedingungen

Dank des Einsatzes der Feuerwehr und anderer Rettungskräfte hätten alle Geflüchteten unbeschadet auf andere Unterkünfte verteilt werden können. Als schließlich klar war, dass der Landkreis einen Neubau stemmen musste, schrieb man einen Architektenwettbewerb aus. Unter den 30 Einreichern erhielt Ulli Weidemann mit seinem Büro UWA in Münster den Zuschlag. „Es ist meine erste Sporthalle, die ich konzipiert habe“, sagte der Architekt am Rande der Veranstaltung.

Und die kann sich sehen lassen. Auf einer Bruttogeschoßfläche von 2600 Quadratmeter verfügen die Sportlerinnen und Sportler über modernste Bedingungen in einem hellen Bau. Weidemann schätzt, dass rund fünf Millionen Menschen während der kalkulierten Nutzungsdauer von gut 50 Jahren Sport in der Halle treiben werden.

Freude über die neue Sporthalle: (von links) Friedlands stellvertretender Bürgermeister Johann Schustek, Schulleiter Jens Haepe, Baudezernentin Christel Wemheuer, Landrat Bernhard Reuter und Architekt Ulli Weidemann.

Entsprechend zufrieden wirkten Schulleiter Jens Haepe und alle anderen Beteiligten. Der Landrat: „Ein fantastisches Ergebnis.“

Allerdings lief nicht alles ganz rund, weshalb Spötter den Bau schon mit der Unglücksgeschichte des neuen Berliner Flughafens verglichen: Nicht wegen einer ausufernden Bauzeit, sondern wegen der Kostensteigerungen, an die der Landrat offen erinnerte. So gingen erste Schätzungen von 5,8 Millionen Euro aus: Schließlich kamen 8,4 Millionen Euro heraus. Unter anderen wegen der kräftig gestiegenen Baupreise, in einer Phase der brummenden Baukonjunktur.

Kanalisation ertüchtigt

Der allgemeine Vertreter des Friedländer Bürgermeisters, Johan Schustek, sagte, aus den Tränen über die Beschädigungen der alten Halle seien Freudentränen über die neue Halle geworden. Die Gemeinde habe parallel zum Neubau die Kanalisation ertüchtigt, damit sich solch ein Ereignis nicht wiederholen kann.

Musikalisch umrahmt wurde die Einweihung unter anderem von sportlichen Vorführungen der Schülerinnen und Schüler.

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