Historischer Baum von Landesforsten gefällt

Eine Harzer Douglasie aus Bismarcks Zeiten wird nun zum Koggen-Mast

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Baumfällung: Aus der 140 Jahre alten Douglasie wird ein neuer Mast für die historische Kogge.

Osterode – Vor 140 Jahren, zu Lebzeiten von Otto Bismarck, wurde in Rehhagen bei Osterode im Südharz eine Douglasie angepflanzt. Jetzt wurde der Baum von den Landesforsten gefällt. Aus ihrem Stamm wird ein Schiffsmast entstehen.

Die Krone der Douglasie ist über 50 Meter hoch und überragt andere Bäume um Längen. Der Stamm steht schnurgerade und misst selbst in 30 Meter Höhe noch einen halben Meter Durchmesser. Solche Traummaße weisen nur wenige Bäume in Deutschland auf, die Douglasien aus Rehhagen im Südharz gehören dazu. Einer der besonderen Bäume soll – wie schon 2003 – der Mastbaum für ein Schiff werden.

Die Bäume aus dem Wald zwischen Osterode und Herzberg sind knapp 140 Jahre alt. Sie wurden von Forstleuten im Jahr 1882 zu Versuchszwecken am Harzrand anpflanzt. Damals regierte noch Reichskanzler Bismarck, der ein Freund und Förderer der Baumart aus Nordamerika war.

Eine Douglasie aus dieser ältesten Versuchsfläche in Nordwestdeutschland löst jetzt ihre Vorgängerin auf dem Schiff ab. Der erste Mastbaum stammte ebenfalls aus dem Waldbestand nahe Lonau. Vor 17 Jahren wurde sie am gleichen Ort gefällt und diente seitdem der Poeler Kogge von 1354 als seetüchtiger Mast. Der Nachbau der mittelalterlichen Schiffes segelt noch immer von Wismar aus durch die Ostsee. Das Segel misst 276 Quadratmeter. Aus Sicherheitsgründen wird nun der erste Mast ausgetauscht.

Douglasien sind Trendbäume und gelten als Klimaretter: Die Niedersächsischen Landesforsten spenden den Baumstamm an den Förderverein Poeler Kogge. Das vielseitig einsetzbare Holz der Douglasie erlebt seit Jahren einen Aufwärtstrend.

Die Douglasie hat sich laut Landesforsten in Niedersachsen bewährt und leistet bei der Wiederbewaldung der vertrockneten und vom Borkenkäfer geschädigten Wälder in einer Mischung mit anderen Baumarten einen wertvollen Beitrag, macht Dietmar Sohns, Betriebsdezernent vom Forstamt Riefensbeek deutlich.

Die Nadelbaumart ist wissenschaftlich gut erforscht und gilt als klimaangepasst. Sie wächst schnell und bindet daher auch mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre als Fichten oder Buchen. Außerdem sind die Douglasien standhafter bei Stürmen und widerstandfähiger gegenüber Trockenheit, berichtet Förster Sohns.

Das Forstamt Riefensbeek hütet seine wertvollen Baumschätze aus Kaisers Zeiten und sorgt dafür, dass die alten Bäume ihr gutes Erbmaterial weitergeben. Zahlreiche Pflanzen sind mittlerweile aus dem gefragten Saatgut der Elitebäume gezogen worden. „Rund um die Douglasien-Veteranen haben sich kleine Pflanzen selbst ausgesamt. Sie schließen nach und nach die Lücken, die ein alter Baum hinterlässt, der auf eine lange Reise übers Meer geht“, kommentiert Sohns den künftigen Weg des Harzer Baumriesen als Botschafter für Holz im Schiffbau.bsc

landesforsten.de

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