Schauspieler zu Gast

Gedenken an Mauerfall mit Claudia Wenzel und Rüdiger Joswig

+
Ehrengäste beim Festakt: (von links) Bundestagsabgeordneter Manfred Grund, Karolin Grund, Schauspieler-Paar Claudia Wenzel und Rüdiger Joswig, Museumschefin Mira Keune, Duderstadts Bürgermeister Thorsten Feike. 

Schauspieler aus der früheren DDR waren beim Festakt zum 30. Geburtstag des Mauerfalls am Wochenende in Teistungen zu Gast.

Claudia Wenzel (60) kennt ein Millionenpublikum als intrigante Managerin aus der Sachsenklinik, Rüdiger Joswig (70) war über Jahre als Kapitän Ehlers in der ZDF-Vorabendserie „Küstenwache“ zu sehen.

Beide Schauspieler stammen aus der DDR, sie blieb und machte Karriere, Joswig wollte nicht länger eingesperrt sein und stellte einen Ausreiseantrag. Beide waren die Stars beim Festakt zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im Grenzlandmuseum Teistungen und lasen im Festsaal der Teistungenburg aus Tagebuchnotizen und Briefen. Die TV-Gesichter waren die Stars des Tages.

Eine Kritische Auseinandersetzung mit der DDR

Joswig versprach eine äußerst kritische Auseinandersetzung mit der DDR. Nach dem er 1982 den Ausreiseantrag gestellt hatte, erhielt er Berufsverbot und schlug sich als Kellner und Bauarbeiter durch. Fünf Jahre musste der Schauspieler auf seine Ausreise warten – von West-Berlin aus fasste er schnell wieder Fuß und erhielt eine Vielzahl von Rollen im Fernsehen.

Seine Partnerin Wenzel war zwölf Jahre Ensemblemitglied im Leipziger Schauspielhaus und wurde nach der Wende als Fanny Moll in der Serie „Unser Doktor Specht“ bekannt.

Sozialismus hatte keine Zukunft mehr

Der Zusammenbruch der DDR sei folgerichtig gewesen, sagte der Mime. Der Sozialismus, so sagte er, hatte keine Zukunft.

Wenzel versuchte sich mit ihrem Leben in der Heimat zu arrangieren. Viele hätten den Wunsch gehabt, das Land zu verändern, aber der Druck sei so groß gewesen, dass sich nur wenige trauten.

Vor rund 500 Gästen hatte der Vorsitzende des Vereins Grenzlandmuseum Eichsfeld, Horst Dornieden, den Festakt eröffnet. Die Menschen im Eichsfeld seien zwischen zwei Welten eingepfercht gewesen. Er erinnerte sich gerne, wie man sich am 9. November 1989 in den Armen gelegen habe.

Aufruf sich einzusetzen 

Dornieden rief dazu auf, sich täglich für Frieden und Demokratie einzusetzen und würdevoll miteinander umzugehen. Der niedersächsische Kultusminister Grand-Hendrik Tonne und die Erfurter Staatssekretärin Babette Winter (beide SPD) würdigten die Rolle der Grenzmuseen für die Aufarbeitung der Geschichte. Die Länder würden die Teistunger Einrichtung weiter fördern.

Beim Festakt gaben sich die Abgeordneten von Land und Bund und viele kommunale Mandatsträger ein Stelldichein. Für den richtigen Sound sorgte das Orchester der Bundespolizei Hannover.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.