Göttinger Landrat Reuter fordert mehr Geld für Katastrophenschutz

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Katastrophenschutz im Landkreis Göttingen: Dafür wurden neue Einsatz-Lastwagen angeschafft, die im vergangenen Jahr in Bovenden vorgestellt wurden. Dort gibt es für Notfälle auch ein Lager.

Göttingen. Zu größeren Anstrengungen beim Katastrophen- und Bevölkerungsschutz hat der niedersächsische Landkreistag (NLT) aufgerufen.

Erforderlich sei ein Betrag in dreistelliger Millionenhöhe, sagte der neu gewählte NLT-Präsident und Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD). „Die bisherigen Finanzmittel des Landes sind in keiner Weise ausreichend.“ Bei der 77. Landkreisversammlung am Donnerstag und Freitag in Celle ist der Katastrophen- und Bevölkerungsschutz zentrales Thema. Im Landkreistag sind die 36 niedersächsischen Landkreise und die Region Hannover vertreten.

„Wir alle sind seit der Wende und dem scheinbaren Wegfall der äußeren Gefährdung relativ sorglos mit dem Thema umgegangen“, sagte Reuter der Deutschen Presse-Agentur. Der Landrat soll als Nachfolger seines Celler Kollegen Klaus Wiswe (CDU) zum NLT-Präsidenten gewählt werden.

Bernhard Reuter

Bund und Land hätten die Mittel für den Katastrophenschutz in den vergangenen Jahrzehnten massiv abgebaut, erklärte Reuter. Vor dem Hintergrund möglicher Terrorgefahren sei aber klar geworden, dass die Anstrengungen verstärkt werden müssten. Auch in der Flüchtlingskrise habe sich gezeigt, dass wichtige Ressourcen schnell knapp werden können. „Der starke Rückbau der Notfall- und Krisenvorsorgestrukturen war ein Fehler“, sagte Reuter.

Laut Landkreistag sind in Niedersachsen ein zentrales Ressourcen-Management und eine zentrale Materialbevorratung nötig. Dabei gehe es um Betten, Zelte, Zeltheizungen, technische Hilfsmittel zur Errichtung und Versorgung von Notunterkünften und Großküchen sowie um Schutzanzüge, Medikamente und Sanitätsmaterial - aber auch um etwa Sandsäcke und Sandsack-Füllmaschinen. „Wir appellieren an Bund und Land, diese Aufgabe wieder ernster zu nehmen“, sagte Reuter.

Dass der Katastrophenschutz aus dem Blick gerückt sei, liege auch daran, „dass es inzwischen immer weniger Menschen gibt, die sich an Kriegs- und Notstandszeiten erinnern“, sagte Reuter. „Wir sind alle daran gewöhnt, dass alles ganz wunderbar funktioniert und man selbst keine Vorsorge treffen muss. Man muss aber mehr tun.“

Der Landkreis Göttingen habe 2016 reagiert, sagte Reuter. „Wir haben Notfall-Lager aufgebaut mit Betten, Medikamenten oder Verbandsmaterial.“ Die Landkreise dürften damit aber nicht allein gelassen werden, sagte er. „Wir erwarten von Bund und Land, dass die Kommunen besser ausgestattet werden, so wie es vor 1990 war.“

Reuter appellierte auch an die Bevölkerung, mehr Verantwortung zu übernehmen und Vorsorge zu treffen: „So kann man kann sich nicht hundertprozentig auf die Stromversorgung verlassen. Und man sollte auch etwas Trinkwasser eingelagert haben für den Fall der Fälle.“ (dpa)

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