Digitales Gesundheitswesen

Krankentransport per Knopfdruck in Südniedersachsen 

+
Geschäftsführer Florian Reinhold (links) und Krankentransportfahrer Christian Brunnert (rechts) erläuterten Metropolregion-Geschäftsführer Kai Florysiak die neue Technik.

Gieboldehausen. Digitalisierung ist auch im Gesundheitswesen ein wichtiges Thema. Digitale Lösungen bieten neue Möglichkeiten für die Gesundheitsversorgung  im ländlichen Raum. 

Über ihre Chancen und Risiken informierte sich jetzt Kai Florysiak, Geschäftsführer der „Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg“, vor Ort bei der Firma R+ MediTransport in Gieboldehausen, dem nach eigenen Angaben größten privaten Anbieter qualifizierter Krankentransporte in Südniedersachsen.

„Bislang war es so, dass alle Bestellungen von Liegend- oder Tragestuhltransporten sowie die organisatorischen Maßnahmen und Nachfragen per Telefon erledigt werden mussten“, berichtete Florian Reinhold, geschäftsführender Gesellschafter von R+ MediTransport. Das habe zum einen viel Zeit in Anspruch genommen und Mitarbeiter gebunden, zum anderen aber auch häufig zu unnötig langen Wartezeiten für die zu befördernden Patienten geführt.

Zentrale Schnittstelle

„Durch die Schaffung einer Schnittstelle zum Krankenhausinformationssystem können Krankentransporte jetzt von dort einfach per Knopfdruck bestellt werden“, sagte Reinhold. Alle nötigen Angaben würden digital an eine der vier Firmenstandorte in Gieboldehausen, Seesen, Einbeck oder Goslar gesendet und von dort sofort an einen der insgesamt 15 Krankentransporter des Unternehmens weitergeleitet. 

Damit die Informationen von den Besatzungen der Transporter verwertet werden können, wurden diese mit der nötigen Technik (Tablets, Smartphones mit Funk- und Telefonfunktion) ausgestattet. „Da alle Transporter durch GPS überwacht sind, ist es uns auch möglich, den Kunden auf digitalem Weg Rückmeldung zur Abholzeit zu geben und den Angehörigen über die Ankunftszeit“, so Reinhold weiter. Dazu habe man eine App entwickelt, die jeder Kunde auf sein Handy laden könne. „Unser Ziel ist es, Krankentransporte durch die Digitalisierung noch kundenfreundlicher zu machen, in unserem Unternehmen Telefonkontakte um rund 50 Prozent zu reduzieren und gleichzeitig die Effizienz zu steigern“, betonte Florian Reinhold. Natürlich erfordere die Digitalisierung ein Umdenken im Gesundheitswesen.

Digitale Lösungen rund um die Gesundheit böten ganz neue Möglichkeiten für die Gesundheitsversorgung gerade im ländlichen Raum, aber auch für die Wirtschaftskraft, zeigte sich Metropolregion-Geschäftsführer Kai Florysiak beeindruckt. Daher habe sich die Metropolregion mit ihrer Initiative „eHealth“ die Aufgabe gesetzt, die unterschiedlichen Akteure aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzubringen und eine öffentliche Diskussion zu befördern. (per)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.