Landkreis Göttingen: Mehr unter Zweijährige in Krippen

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Der Anteil der in einer Krippe betreuten bis zu zweijährigen Kinder wächst im Landkreis Göttingen. 

Landkreis Göttingen. Der Anteil der in einer Krippe betreuten bis zu zweijährigen Kinder wächst im Landkreis Göttingen. 

Dort waren 2016 genau 36,1 Prozent der Kinder aus dieser Altersgruppe in Kindertagesstätten angemeldet. Das ist im bundesweiten Vergleich eine gute Quote, denn in Deutschlands Landkreise besucht durchschnittlich jedes dritte ein- und zweijährige Kind eine Kindertagesstätte, also eine Krippe (33 Prozent).

Aber: Im Landkreis Göttingen hat sich laut Erhebung des Statistischen Landesamtes seit 2014 wenig getan, was auch der Anstieg der Quote von nur 0,1 Prozent zu 2015 ausdrückt.

Von einer Initialzündung durch den seit August 2013 bestehenden Anspruch von Eltern auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige kann also bei der Interpretation der Zahlen keine Rede sein. 2013 betrug die Quote 34,8 Prozent, 2014 dann 36,40 Prozent, was der bisherige Höchstwert war, 2015 dann 36,0 Prozent.

Rechtsanspruch seit 2013

Auffällig ist der Unterschied nur, wenn man weiter zurückschaut: 2008 zählten die Statistiker 18 Prozent Ein- und Zweijährige, die in Krippen und nicht schwerpunktmäßig zu Hause betreut wurden.

Mit Beginn des Rechtsanspruchs gab der Landkreis Göttingen 2013 die Zielmarke von 39 Prozent aus – so viele Krippenplätze sollten anteilsmäßig für Ein- bis Dreijährige zur Verfügung stehen. Damit könnte der Bedarf gedeckt werden.

Trend zu mehr Kita-Betreuung

Im ländlicheren Landkreis Northeim, der ohne ein Oberzentrum, also eine Großstadt auskommen muss, werden mehr Kinder zu Hause von den Eltern betreut: Aktuell – 2016 – waren es 29,2 Prozent der bis Zweijährigen, die eine Krippe besuchten. Auffällig dort ist, dass 2008 die Quote der Fremdbetreuten nur bei 8,3 Prozent lag – also in nur acht Jahren – bei einem Bevölkerungsrückgang – die Zahl der frühbetreuten Kinder drastisch gestiegen ist. 

Hintergrund:

Seit dem 1. August 2013 gilt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Damit sollen nicht nur berufstätige, sondern auch Arbeit suchende Eltern einen gesicherten Betreuungsplatz für Kiinder bekommen. Seit 2008 gibt es Programme zur Kinderbetreuungsfinanzierung. Grundlage ist das „Gesetz zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung“. Das 2007 eingerichtete Sondervermögen „Kinderbetreuungsausbau“ soll von 2017 bis 2020 um 1,126 Milliarden Euro aufgestockt werden. Mit dem Investitionsprogramm sollen zusätzliche 100.000 Betreuungsplätze geschaffen werden. 

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