Alarmierung bei Großbränden und ähnlichen Situationen

Moderne Sirene: Handy-App „Katwarn“ warnt vor großen Gefahren

Start für „Katwarn“: (von links) Dr. Martin Schäfer, Ulf Hasse, Rolf-Georg Köhler, Christel Wemheuer, Bernhard Reuter, Hans-Peter Suermann und Ortwin Neuschwander. Foto: Schlegel

Göttingen/Northeim. Im Landkreis Göttingen gibt es bei Katastrophen oder einem Großfeuer ab sofort Infos direkt auf Smartphone oder Handy. Im Landkreis Northeim diskutiert man über die Einführung von „Katwarn“.

Früher hat die Sirene geheult. Heutzutage kann mit dem Smartphone oder dem Handy viel zielgerichteter gewarnt werden: Die Nutzer können zum Beispiel Warnungen vor einem Großbrand für einen Postleitzahlenbereich bekommen. Gleichzeitig können Vorsichtsmaßnahmen, zum Beispiel die Türen und Fenster geschlossen zu halten, übermittelt werden.

Am Montag fiel der Startschuss für das Warnprojekt für Stadt und Landkreis Göttingen. Wer davon profitieren möchte, kann sich das kostenlose Programm (App) „Katwarn“ auf sein Smartphone herunterladen und installieren. Die Nutzung ist völlig kostenfrei. Wer ein einfaches Handy besitzt, kann sich per SMS anmelden. Die Meldungen für Stadt und Landkreis Göttingen werden von Leitstelle eingestellt, die bei der Berufsfeuerwehr in der Uni-Stadt zu finden ist.

„Die Gefahrenabwehr muss sich an den Gewohnheiten und Bedürfnissen der Menschen orientieren“, sagte Landrat Bernhard Reuter. Mit dem System könne die Bevölkerung schnell und umfassend gewarnt werden – zusätzlich zu Sirene, Lautsprecherdurchsage und Radiohinweis.

Im Landkreis Northeim wird ebenfalls über die Einführung dieses Warnsystems nachgedacht. Dazu gibt es einen Antrag der CDU-Kreistagsfraktion, über den während der Kreistagssitzung am 10. Juli diskutiert wird. Die Kreisverwaltung hatte im Vorfeld der Entscheidung darauf hingewiesen, dass es am Markt andere Systeme gibt. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz bereite derzeit eine neue App vor, die möglicherweise besser zu handhaben, schneller und auch preiswerter sei. Dies soll nach dem Willen der Verwaltung in die Überlegungen mit einfließen. (bsc)

System läuft seit fünf Jahren

Seit fünf Jahren gibt es das System „Katwarn“. Jetzt kann man auch Warnungen für Stadt und Landkreis Göttingen bekommen.

„Mit dem gemeinsamen Start gehen wir einen konsequenten Weg für mehr Sicherheit aller Bürger“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei der Vorstellung des Systems.

„Katwarn“, der Kunstbegriff enthält die Begiffe Katastrophe und Warnung, wurde finanziell von den öffentlichen Versicherern gefördert, in der Region Südniedersachsen von der VGH. Die technische Umsetzung erfolgt durch das Beliner Fraunhofer-Institut Fokus. Stadt und Landkreis Göttingen zahlen für den Einstieg ins System jeweils 15 000 Euro. Hinzu kommen jährlich jeweils weitere 3000 Euro für die technische Unterstützung.

Mit Göttingen sind jetzt zehn Landkreise und Städte in Niedersachsen angeschlossen, in Nordhessen sind der Landkreis Hersfeld-Rotenburg sowie der Schwalm-Eder-Kreis dabei. Bundesweit sind es über 40 Städte und Kreise.

Für Smartphone-Nutzer gibt es eine weitere spezielle Möglichkeit: Sie können die „Schutzengel-Funktion“ einschalten und Warnmeldungen für das Gebiet bekommen, in dem sie sich gerade aufhalten – wenn für diesen Bereich Warnungen verbreitet werden.

„Katwarn funktioniert bundesweit einheitlich und bietet Menschen daheim, bei der Arbeit oder unterwegs einen kostenlosen Service, den man auch nutzen sollte“, sagte Ortwin Neuschwander von Fraunhofer Fokus.

Die Anwendungsmöglichkeiten gehen aber noch weiter: „Katwarn“ lässt sich mit bestimmten Haustechnik-Anlagen koppeln. Wenn eine Warnung nach einem Großbrand ausgelöst wird, kann dann zum Beispiel eine Klimaanlage herunterfahren, bevor sie den Rauch ansaugt. 

Hintergrund: Für Handys und alle gängigen Smartphones

Die App „Katwarn“ gibt es für alle gängigen Smartphones. Sie ist kostenlos erhältlich.

Die App ist fürs iPhone im App Store, für Android im Google Play Store sowie für Windows Phone im Windows Store.

Alternativ bietet Katwarn kostenlose Warnungen mit eingeschränkter Funktionalität auch per SMS/E-Mail zum Gebiet einer registrierten Postleitzahl. Dazu muss man eine SMS an die Servicenummer 0163-755 88 42 mit dem Inhalt „KATWARN 12345 mustermann@mail.de“ schicken. 12345 steht für die Postleitzahl. Dahinter folgt die eigene E-Mail-Adresse. Weitere Infos gibt es im Internet.

www.katwarn.de

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