Oppermann soll für SPD wieder direkt in den Bundestag einziehen

Thomas Oppermann - Nominierung Unterbezirk Göttingen. Foto: Aschoff

Göttingen. Thomas Oppermann ist von seiner Partei am Freitagabend erneut als Kandidat für die Bundestagswahl 2017 aufgestellt worden.

Von den 77 Delegierten aus den Ortsvereinen stimmten 70 für den Göttinger, der seit 2005 dem Bundestag angehört und seit drei Jahren die SPD-Bundestagsfraktion führt.

Der Wahlkreis Göttingen umfasst alle Gemeinden des Altkreises Göttingen von Hann. Münden über Göttingen bis Duderstadt und die Harzgemeinden Bad Lauterberg, Herzberg und Bad Grund.

Die Bundestagswahl wird voraussichtlich im September 2017 abgehalten. Oppermann, der auch Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Göttingen ist, konnte den Wahlkreis bisher immer direkt gewinnen. Auf der Wahlkreiskonferenz in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz kündigte er an, mit vollem Einsatz am erneuten Gewinn arbeiten zu wollen.

In seiner Bewerbungsrede beklagte der 62jährige Politiker die Zerrissenheit der bundesdeutschen Gesellschaft. Auf der einen Seite seien gemäß Umfragen noch nie so viele Menschen mit ihrer persönlichen Lebenssituation so zufrieden gewesen wie heute, auf der anderen Seite seien Verunsicherung und Ängste vor Kriminalität, sozialem Abstieg und unkontrollierter Zuwanderung in der Bevölkerung noch nie so verbreitet gewesen.

In dieser Situation müsse die SPD gegen Kräfte, die Hass und Gewalt verbreiten, konsequent vorgehen. „Wir stehen für eine offene Gesellschaft, aber wir müssen uns auch um Ängste kümmern, die öffentliche Sicherheit gewährleisten und für eine geordnete Zuwanderung sorgen“, erklärte Oppermann, der für den Erlass eines Einwanderungsgesetzes warb. Es dürfe nicht den Schlepperorganisationen überlassen werden, darüber zu entscheiden, wer zuwandern dürfe.

Bundesweite Erfolgschancen sieht Oppermann in einer „überzeugenden Programmarbeit der SPD auf allen Ebenen“. Zu wesentlichen Punkten zählt er die Gleichstellung von Männern und Frauen, die Reform der Altenpflege und die Übernahme von internationaler Verantwortung als Friedensmacht. Als ersten Schritt zur Bürgerversicherung sieht er die Wiederherstellung der paritätischen Beitragszahlung in der Krankenversicherung.

Zurückhaltend äußerte sich Oppermann zu den aktuellen Berliner Koalitionsgedanken: „Die Fortsetzung der großen Koalition wäre problematisch, deshalb ist es richtig, dass wir jetzt Lockerungsübungen machen. Ob es allerdings zu einer Zusammenarbeit von SPD, Grünen und Linkspartei nach der Bundestagswahl kommen könne, sei vor allem von der Linkspartei zu klären.“

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