Verkauf der Kunststoff-Sparte

Ottobock treibt Unternehmen-Umbau weiter voran

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Umstrukturierung: Der Orthopädie-Technik-Riese Ottobock baut das Unternehmen um und verkauft seine Kunststoffsparte (Gebäude im Hintergrund) an ein Schweizer Großunternehmen. Die Mitarbeiterzahl wird sich vermutlich nicht negativ verändern.

Duderstadt. Der Deal war schon länger in der Pipeline, nun wird er im zweiten Halbjahr 2017 vollzogen: Ottobock verkauft die Kunststoffsparte an das Schweizer Unternehmen Conzzetta.

Die Kartellbehörde muss allerdings noch zustimmen. Über den Kaufpreis machten beide Unternehmen keine Angaben. Gegründet worden war die Otto Bock Kunststoff vor 64 Jahren von Dr. Max Näder in Duderstadt.

Conzzetta mit mehr als 4000 Mitarbeitern hat große Pläne mit Otto Bock Kunststoff und will das PUR-Kunststoffgeschäft weltweit ausbauen, den Umsatz in dem Bereich verdoppeln und seine Marktposition deutlich stärken, was ganz im Sinne von Ottobock-Firmenschef Hans Georg Näder ist: „Für uns kamen nur Premiumpartner in Betracht, die das Kunststoffgeschäft kennen und nachhaltig ausbauen wollen - so auch den Standort Duderstadt weiterentwickeln“. Das Tochterunternehmen der Holding hatte 2016 rund 130 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Beschäftigt sind 430 Mitarbeiter.

Auf sie werde der Verkauf vermutlich keine negativen Auswirkungen haben, sagte Pressesprecher Mark C. Schneider auf Anfrage: „Wir gehen davon aus, dass Conzzetta das Geschäft ausbauen wird.“ Auch sei der Markt für Ottobock-Kunststoffteile, die zu großen Teilen an die Automobilindustrie gehen, ohnehin ein starker.

Seit Monaten wurde über den Verkauf der Kunststoff-Sparte gemunkelt. Anlass dazu gegeben hatte im Oktober 2016 die Ankündigung des Firmenchefs Hans Georg Näder, „strategische Optionen für die Kunststoffsparte zu prüfen“.

Hintergrund ist eine noch stärkere Konzentration von Ottobock auf den Medizin-Technik-Sektor, was in diesem Jahr durch eine zukunftsweisende Partnerschaft mit dem schwedischen Unternehmen EQT untermauert wurde, das letztlich auch für ein stärkeres Wachstum sorgen soll. „Unsere Strategie sieht ein noch schnelleres nachhaltiges und profitables Wachstum vor“, sagte Näder.

Eine klarere Strategie und wirtschaftliches Wachstum würden auch bessere Bedingungen für einen möglichen – und verschobenen – Börsengang bieten, mit dem Näder liebäugelt. Ein Termin dafür ist weiter offen.

Durch den Verkauf der Otto Bock Kunststoff, mit Hauptsitz Duderstadt, geht auch das in Shanghai (China) angesiedelte Joint Venture von Ottobock und FoamPartner in den Besitz von Conzzetta über, wodurch weiteres Wachstum möglich wird, wie es heißt. Bislang haben beide Firmen 50 Prozent gehalten. Conzzeta übernimmt zudem die Produktionsstandorte Rochester Hills (USA) und Changzhou (China).

Ausgenommen von der Transaktion sind die Geschäfte von „Technogel“ und dem Start-up „matrazzo“. Beide Firmen bleiben Bestandteil der Otto Bock Holding GmbH & Co. KG und werden strategisch weiterentwickelt, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

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