Forschung der Arbeitsagentur

Prognose: Arbeitsmarkt in Südniedersachsen entwickelt sich weiter positiv

Kreis Göttingen. Die Arbeitsagentur geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahl in Südniedersachsen weiter sinkt. Jeder zweite Arbeitslose macht den Forschern aber besondere Sorgen.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Es beleuchtet die Entwicklung in ganz Deutschland und sagt für die Region zwischen Weser und Harz einen Beschäftigungszuwachs von einem Prozent für 2017 voraus. Derzeit sind in der Region 169.500 Menschen beschäftigt, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber 2015. Diese positive Entwicklung ist Voraussetzung für weiterhin sinkende Arbeitslosenzahlen. Noch eine Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stimmt positiv: Die Experten gehen davon aus, dass weiterhin viele Arbeitskräfte gesucht werden. Aktuell gibt es in Südniedersachsen mehr als 3500 offene Stellen, ein Siebtel mehr als im Jahr zuvor.

Im Jahresvergleich steht der Arbeitsmarkt ohnehin blendend dar. Die Arbeitslosenquote nahm im Landkreis Göttingen im Jahresdurchschnitt um 0,2 auf 6,1 Prozent im Jahr 2016 ab. Die Durchschnittszahl der Arbeitslosen im Landkreis Göttingen sank im Jahresvergleich um 1,3 Prozent auf 10.100.

Besonders stark profitiert haben dabei die älteren Arbeitslosen. Ihre Zahl sank im Jahresvergleich um 6,3 Prozent auf 1847. Sorgen machen der Agentur für Arbeit die Ungelernten. Zu dieser Gruppe zählt fast jeder zweite Arbeitslose. Durch den Flüchtlingszustrom ist die Zahl der arbeitslosen Ausländer im Landkreis Göttingen um 368 (25,6 Prozent) auf 1847 angestiegen.

Quote von 5,1 Prozent 

Im Raum Münden, Dransfeld, Staufenberg hat sich jedoch im Dezember die Zahl der Arbeitslosen leicht erhöht. 1117 Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet, 36 mehr als im November. Das entspricht einer Quote von 5,1 Prozent, im Vormonat lag sie bei 5,0. Auch gegenüber dem Vorjahr gab es einen Anstieg. Im Dezember 2015 lag die Quote bei 4,9 Prozent.

Pflegekräfte sind in der Region heiß begehrt 

Pflegekräfte werden in Südniedersachsen händeringend gesucht. Das machte die Arbeitsagentur für Arbeit am Dienstag bei einem Pressegespräch deutlich.

Beispiel Altenpflege: Ein Arbeitssuchender aus dieser Branche kann inzwischen aus drei unterschiedlichen Angeboten auswählen. Ähnlich sieht es in der Gesundheits- und Krankenpflege aus.

Der Boom spiegelt sich auch in Zahlen wider: Im Gesundheits- und Sozialwesen arbeiten in Südniedersachsen aktuell fast 36.000 Beschäftigte, 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor und damit fast ebenso viele wie im verarbeitenden Gewerbe, das mit 36.000 Beschäftigten die größte Branche stellt. Der Anstieg im Pflegebereich wäre nach Darstellung von Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit, noch deutlicher ausgefallen, wenn es noch mehr Qualifizierte für diese Berufe geben würde.

Deutlich mehr Stellen als Bewerber gab es 2016 auch im Rettungsdienst, in der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik, in der Metallbearbeitung sowie in den Energie- und Elektroberufen.

Zwei Branchen haben im abgelaufenen Jahr nicht von der insgesamt positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitiert. Die Zahl der Beschäftigten im Handel sowie bei der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sank um 0,2 Prozent auf 20.131. Im Finanz- und Versicherungsdienstleistungssektor arbeiten noch 4020 Menschen, 3,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

30 Millionen Euro für Göttinger Agentur

Um Arbeitslosen zu helfen, neue Jobs zu finden, stehen allein der Göttinger Agentur in diesem Jahr erneut etwa 30 Millionen Euro zur Verfügung - etwas mehr als 2016. Damit wird beispielsweise die Erstausbildung von jungen Erwachsenen finanziert, damit diese langfrisitig Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen. Auch die Weiterbildung von Arbeitslosen wird von der Agentur finanziert.

Potenzial für Ausbildungsbetriebe sieht die Agentur bei den Studienabbrechern. Außerdem appelliert die Agentur an Betriebe, auch schwächeren Bewerbern eine Chance einzuräumen.

Rubriklistenbild: © dpa

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