Aufnahme zurzeit nur in Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) und Mörfelden (Hessen)

Spätaussiedler dürfen vorerst nicht mehr nach Friedland im Landkreis Göttingen

Gechlossenes Tor: Erstaufnahmestelle für Asylsuchende und Spätaussiedler ist das Grenzdurchgangslager Friedland. Momentan ist nach Corona-Ausbruch die Aufnahme gestoppt worden.
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Gechlossenes Tor: Erstaufnahmestelle für Asylsuchende und Spätaussiedler ist das Grenzdurchgangslager Friedland. Momentan ist nach Corona-Ausbruch die Aufnahme gestoppt worden.

Wegen der Häufung von Corona-Fällen im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen werden dort zurzeit weder Asylsuchende noch Spätaussiedler aufgenommen.

  • Immer wieder Corona-Infektionen im Grenzdurchgangslager Friedland im Kreis Göttingen
  • Asylsuchende und Spätaussiedler werden vorerst nicht aufgenommen
  • Infizierte befinden sich vor Ort in Quarantäne

Friedland – In Deutschland ankommende Spätaussiedler würden gegenwärtig im hessischen Mörfelden und in Ahrweiler in Rheinland-Pfalz untergebracht, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums: „Interims-Unterbringungen an weiteren Orten sind in Planung.“

Asylbewerber werden in Friedland schon seit gut einer Woche nicht mehr aufgenommen, sondern nach Angaben der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen an das Ankunftszentrum in Oerbke bei Bad Fallingbostel weitergeleitet.

Im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen hatten sich 62 Menschen mit dem Coronavirus infiziert

Im Lager Friedland hatten sich innerhalb weniger Tage 62 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen waren 52 Spätaussiedler, drei Asylsuchende und sieben Beschäftigte. Das Virus wurde vermutlich durch Spätaussiedler-Familien aus Kasachstan in das Lager getragen.

Infizierte und ihre Kontaktpersonen mussten in Quarantäne, weshalb die Kapazitäten in dem eigentlich für 700 Menschen ausgelegten Lager schnell erschöpft waren. Am Freitag waren in Friedland noch 15 Personen an Covid-19 erkrankt, alle zurzeit 172 Bewohner befanden sich in Quarantäne.

Landkreis Göttingen: Grenzdurchgangslager Friedland wurde 1945 die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge in Deutschland

Das Grenzdurchgangslager wurde im September 1945 auf Anordnung der britischen Armee als erste Anlaufstelle für Flüchtlinge und Vertriebene in Deutschland eingerichtet. In den folgenden Jahrzehnten kamen neben den heimkehrenden deutschen Kriegsgefangenen auch Spätaussiedler sowie Flüchtlinge aus zahlreichen Ländern im Lager an.

2011 wurde Friedland eine der Erstaufnahmestellen des Landes Niedersachsen für Asylsuchende. Flüchtlinge aus humanitären Aufnahmeprogrammen – wie etwa aus Syrien – werden ebenfalls in Friedland registriert und dann auf andere Bundesländer verteilt.

Das Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen nimmt Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion auf

Das Grenzdurchgangslager nimmt zudem alle in die Bundesrepublik einreisenden Spätaussiedler und jüdischen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion auf. Grundlage dafür ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums der „Friedland-Vertrag“, der für die Spätaussiedleraufnahme ein Kontingent von 250 Plätzen vorsieht.  mit epd

Im Grenzdurchgangslager Friedland (Kreis Göttingen) bahnt sich der nächste Corona-Ausbruch an, fürchten Politiker. Sie kritisieren das Bundesinnenministerium für den Umgang mit der Pandemie.

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