Tödliche Krankheit

Seuche befällt Wildschweine im Landkreis Göttingen: Gefahr für Haustiere

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Nachweis der Tierseuche im Altkreis Osterode: Dort wurde bei erlegten Wildschweinen die Aujeszkysche Krankheit festgestellt.

Osterode/Göttingen. Wildschweine im Altkreis Osterode sind mit einem Virus infiziert. Die Aujeszkysche Krankheit ist auf Menschen nicht übertragbar, für Hunde und Katzen ist sie tödlich.

Der Landkreis Göttingen mahnt Hundehalter sowie Jäger und andere Personen, die mit Wildscheinen in Berührung kommen können, zu besonderer Vorsicht.

Weitweit verbreitet

Die weltweit verbreitete Krankheit, von der insbesondere Schweine betroffen sind, wurde jetzt erstmals im Landkreis Göttingen festgestellt. Nachgewiesen wurde die Erkrankung bei Wildschweinen, die im Bereich Bad Grund, Osterode-Freiheit und Hilkerode erlegt wurden. Hausschweine sind nicht betroffen.

In Deutschland sind Hausschweine seit 13 Jahren frei von dieser Tierseuche. Bei Wildschweinen kommt das Virus jedoch in mehreren Bundesländern vor. In Niedersachsen wurden im Rahmen von Monitoring-Untersuchungen seit 2011 vereinzelt infizierte Wildschweine festgestellt.

Gefahr für andere Tiere

Der Mensch ist für die Erkrankung nicht empfänglich, Fleisch von Haus- und Wildschweinen kann bedenkenlos verzehrt werden. Neben Schweinen können jedoch andere Tiere erkranken. Für Fleischfresser ist das Virus höchst gefährlich. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme von Blut oder rohem Fleisch infizierter Tiere.

Extremer Juckreiz

Hunde erkranken wenige Tage nach der Infektion. Sie zeigen oft extremen Juckreiz. Die Tiere scheuern und kratzen sich, belecken und beknabbern ihren Körper. Schluckbeschwerden führen zu schaumigem Speichel. Dann kann das Krankheitsbild dem der Tollwut ähneln, die Erkrankung bei Hunden wird daher auch als „Pseudowut“ bezeichnet. Zudem können Verhaltensänderungen, Verweigerung der Futteraufnahme und Lähmungserscheinungen auftreten. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.

Thema Futter

Hundehalter sollten grundsätzlich Fleisch von Haus- und Wildschweinen nur vollständig durchgekocht verfüttern. Auch infizierte Wildschweine und Teile erlegter Tiere stellen eine Infektionsgefahr für Hunde dar. Um mögliche Kontakte damit zu verhindern, sind Hunde davon strikt fernzuhalten und sollten in Feld und Wald möglichst angeleint werden. Gerade derzeit wird intensiv auf Schwarzwild gejagt.

Gefahr für Hausschweine

Das Vorkommen von Aujeszkyscher Krankheit bei Wildschweinen bedeutet auch eine Gefahr für Hausschweine. Jäger, die selbst Schweine halten oder Kontakt zu Schweinen haben, müssen vorsichtig agieren. So dürfen Schweineställe nicht mit Jagdkleidung betreten werden. Erlegte Wildschweine dürfen keinesfalls auf dem Betrieb aufgebrochen werden.

Anzeigepflichtige Tierkrankheit

Die Aujeszkysche Krankheit, auch Pseudowut genannt, ist eine durch das Aujeszky-Virus hervorgerufene anzeigepflichtige Tierseuche.

Der Erreger gehört zur Familie der Herpesviren. Pseudowut wird in vielen Ländern staatlich bekämpft.

Wie bei allen Herpesinfektionen gibt es bei dieser Krankheit bei Schweinen eine meist lebenslange Infektion.

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