Gipskarstlandschaft im Südharz entdecken

Umweltverbände haben Exkursionsreihe im Südharz gestartet 

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Der Blossenberg: BUND Göttingen veranstaltet Gipskarst Wanderungen am ehemaligen Standortübungsplatz Osterode. 

Die Gipskarstlandschaft des Südharzes soll den Besuchern auf Exkursionen und Wanderungen nahegebracht werden.

Die Naturschutzverbände BUND Göttingen, Westharz und Nordhausen, der NABU Osterode, die Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen und die NaturFreunde Göttingen haben sich dafür zusammen geschlossen. Der nächste Termin findet am Samstag, 20. Juni, ab 14 Uhr statt.

Michael Schulte vom NABU Osterode leite die Wanderung durch den Wald im Karst und thematisiere „was nach dem Gipsabbau davon noch übrig bleibt“. Gewandert wird im Bereich des Hellenbergs und des Lichtensteins. Es sollen vor allem die karsttypischen Buchenwälder in ihren verschiedenen Ausformungen und ihrer einzigartigen Schönheit sowie die dazugehörige Flora und Fauna studiert werden.

Aber gerade auch in diesen wertvollen Bereichen reiße der flächenhafte oberirdische Abbau in den Gips- und Dolomitsteinbrüchen große Wunden in die europaweit einzigartigen Landschaften. Die über Millionen Jahre gebildeten Karstformen könnten durch die vorgeschriebenen Rekultivierungen nicht annähernd ersetzt werden.

Die Wanderung dauere etwa drei Stunden. Festes Schuhwerk, Ferngläser und Wanderverpflegung werden empfohlen. Treffpunkt ist der Parkplatz vor CASEA an der Bundesstraße 241 von Osterode nach Dorste. Zur Einhaltung der Corona-Auflagen wird um eine vorherige Anmeldung beim BUND Göttingen unter Tel. 0551 / 56156 oder per Mail an mail@bund-goettingen.de gebeten.

Vielfalt an seltenen Lebensräumen

Vom westlichen Harzrand bei Badenhausen über den Landkreis Nordhausen bis zum südöstlichen Harzrand bei Pölsfeld erstreckt sich auf 100 km Länge ein zusammenhängender Zechsteinstreifen. Typisch für die Region ist, dass große verkarstete Gesteinsformationen an der Oberfläche sichtbar werden. Bei der Verkarstung wird das Gipsgestein durch Wasser gelöst. Die hohe Löslichkeit des Gips hat in geologisch kurzer Zeit eine zerklüftete Landschaft mit einer Vielfalt an seltenen Lebensräumen und Landschaftsformen geschaffen, die in Europa und darüber hinaus einzigartig ist. Dennoch sind nur Teile des Harzer Gipskarsts geschützt und insbesondere der Gipsabbau, bedroht Kernstücke dieses Hotspots der biologischen Vielfalt.

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