Umbau ist fast abgeschlossen

Wendebachstausee: Neues Stauwerk kostete fünf Millionen Euro

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Idyllisches Badeparadies: Die Wendebachstausee bei Reinhausen ist bei Schwimmern beliebt. Am 7. Juni geht es in die neue Saison. 

Reinhausen/Niedernjesa. Der Umbau des Wendebachstausees, einem beliebten Badegewässer bei Niedernjesa, steht kurz vor dem Abschluss. Am Dienstag, 7. Juni beginnt offiziell die Badesaison - nach einjähriger Pause.

Bereits im Januar wurde mit einem Probestau des Wassers begonnen. Seit längerer Zeit ist der normale Wasserpegel erreicht. Doch bis vor Kurzem schwammen auf der Wasseroberfläsche viele Algen. „Das waren Algen, die wir erst seit dem Ausbaggern hatten“, sagt Manfred Kuhlmann, Vorsitzender des „Zweckverbandes Erholungsgebiet Wendebachstausee“. Untersuchungen haben aber ergeben, dass diese ungefährlich waren.

Begleitende Arbeiten

Dem Zweckverband standen für begleitende Arbeiten 180.000 Euro zur Verfügung. Diese Summe habe jedoch nur dafür gereicht, den Badebereich auszubaggern, so Kuhlmann. „Wir hätten uns gewünscht, dass noch mehr Ablagerungen aus dem See geholt worden wären.“ Mit den Geldern wurde auch der Steg erneuert, massive Sitzbänke und Tische aufgestellt und die Brücke am Einlauf neu errichtet.

Die mehr als fünf Millionen Euro teuren Bauarbeiten am neuen Stauwerk sind fast abgeschlossen. Derzeit gebe es Überlegungen, im nächsten Jahr vor dem Einlauf ein Vorbecken zu bauen, um Sedimente bereits hier abzufangen, so Kuhlmann. Nur die Finanzierung müsse noch geklärt werden. Hier sei man im Gespräch mit dem Leineverband und dem Landkreis Göttingen.

Weil der langjährige Imbissbetreiber aus Altersgründen aufgehört hat, sucht der Zweckverband noch einen Nachfolger, der Getränke, Bratwürstchen, Pommes, Süßigkeiten und Eis verkauft. Der WC-Anhänger wurde durch zwei mobile Klos ersetzt, die regelmäßig gereinigt und entsorgt werden. Die Ortsgruppe Göttingen der DLRG wird wieder die Badeaufsicht führen. Vorsitzender Rolf Nietzold hätte sich im Laufe des Umbaus neue Holzpfläcke zur Abtrennung vom Nichtschimmer-Bereich gewünscht. Hier sei aber nichts passiert. Auch eine Verlegung des Containers in Richtung der Liegewiese sei schön gewesen. (ysr)

Arbeiten an dem Großprojekt begannen im Oktober 2014

Die Umbaumaßnahmen an der Mauer am Wendebaustausee waren notwendig, weil die ursprünglich als Hochwasserrückhaltebecken geplante Anlage ihrer Funktion nie gerecht wurde

Trotz mehrerer Sanierungen konnte die Standsicherheit der Dämme nicht gewährleistet werden, so dass sich das Niedersächsische Umweltministerium aus Sicherheitsgründen für den Umbau aussprach. Die Arbeiten begannen im Oktober 2014 mit dem Ablassen des Wassers und dem Einsammeln von Muscheln und Fischen.

Das Staudamm des knapp acht Hektar großen Wendebach-Stausee ist nun in der Mitte etwa sieben Meter niedriger als vorher, der Wasserstand ist aber gleich geblieben. Die neue moderne Hochwasserentlastungsanlage sorgt dafür, dass auch ein seltenes Jahrtausend-Hochwasser die Talsperre sicher passieren kann.

Eine Initiative der umliegende Orte Reinhausen, Ballenhausen, Stockhausen und Niedernjesa plant zur Fertigstellung des Projekts ein Fest. Nach der Badesaison ist im Herbst ein Probestau geplant, bei dem das Wasser höher als normal gestaut wird. (ysr)

Wendebachstausee vor Neueröffnung: Neues Stauwerk kostete fünf Millionen

DLRG warnt vor Badeunfällen mit Flüchtlingen

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) befürchtet in diesem Sommer eine starke Zunahme der Badeunfälle von Flüchtlingen. Bereits im vergangenen Jahr ertranken 27 Flüchtlinge in deutschen Badegewässern.

„Wir befürchten, dass diese Zahl 2016 weiter ansteigt“, sagte DLRG-Präsidiumsmitglied Frank Villmow laut einem Medienbericht.

Billiges Freizeitvergnügen

„Die Badeseen sind ein billiges Freizeitvergnügen und viele Flüchtlinge kennen das Risiko der Seen nicht, betonte Villmow: „Das fehlende Gefahrenbewusstsein ist ein Riesenproblem, hier müssen wir viel Aufklärungsarbeit leisten.“ Am Wendebachstausee wird es eine Badeaufsicht geben. Keine Aufsicht gibt es am Baggersee bei Rosdorf aus, bei dem zudem Badeverbot besteht. Dort war im vergangenen Jahr ein Flüchtling ertrunken. Die DLRG fordert Unterstützung, um Asylbewerber vor den Gefahren des Wassers zu warnen. „Es braucht Kampagnen und Badekapazitäten. Wir bieten Schwimmkurse an. Aber wir haben gar nicht die Hallenkapazitäten, um das flächendeckend zu tun.“ (epd/bsc)

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