Premiere in der Musa

Westside Culture Clash: Göttinger Film will Brücken bauen

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Das Premierenpublikum: 200 Gäste waren bei der Erstaufführung des Musicalfilms „Westside Culture Clash – Für die Familie“ in Göttingen dabei. 

Göttingen. Ein Musicalfilm aus Göttingen will Brücken zwischen den Kulturen schlagen. Der Streifen „Westside Culture Clash – Für die Familie“ hatte am Wochenende Premiere.

Unmittelbar vor seiner Premiere wurde der vom Göttinger Verein Musa und der Weststadtkonferenz produzierte Musicalfilm „Westside Culture Clash – Für die Familie“ am Samstag mit dem Förderpreis Musikvermittlung des Musiklands Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ausgezeichnet.

200 Gäste waren in den ausverkauften großen Saal der Musa gekommen, um der Preisvergabe beizuwohnen und sich das Ergebnis der rund einjährigen Proben und Dreharbeiten anzuschauen. „Der Förderpreis Musikvermittlung ist eine Anerkennung für den Film, aber auch für die Musa“, sagte Göttingens Sparkassenchef Rainer Hald, der den mit 5000 Euro dotierten Preis überreichte. Kulturdezernentin Petra Broistedt hatte zuvor bereits das Wirken der Musa gelobt. „Ohne sie hätte sich die Weststadt nicht so schnell und so gut entwickelt“, sagte sie.

Auszeichnung für den Musical-Film: Sparkassenchef Rainer Hald (2.v.r.) überreichte den mit 5000 Euro dotierten Förderpreis Musikvermittlung an (von links) Adrian Buchner (Produktion und Komposition Musik), Janina Lieseberg (Skript und Musik), Thomas Kirchberg (Kamera und Schnitt), Sonja Elena Schroeder (Regie und Skript) und Projektleiterin Gabi Radinger.

„Die Musa ist ein echter Glücksfall für die Weststadt und für Göttingen als Ganzes“, betonte Broistedt. Ihr spezieller Dank ging an Gabi Radinger, die bei dem Verein für Projekte und Stadtteilarbeit zuständig ist. „Dieser Film ist ein gutes Beispiel für ihr großartiges Engagement“, so die Kulturdezernentin.

Mit „Westside Culture Clash – Für die Familie“ ist ein rund 70-minütiger Spielfilm entstanden, der auf humorvolle Art mit Klischees und Vorurteilen rund um die Themen Integration und die Jugend von heute spielt. Im Mittelpunkt des Musicals steht die Clique um Chief Kato, die sich bei ihren Lehrern dafür rächen will, sie vor der ganzen Klasse bloßgestellt zu haben. Da taucht plötzlich die geheimnisvolle Tanita auf, die zwar zunächst kein einziges Wort Deutsch zu sprechen scheint, die männlichen Mitglieder der Truppe aber dennoch in ihren Bann zieht und der Clique bei ihren Plänen hilft.

Themen Liebe und Eifersucht

In dem Musicalfilm geht es um Liebe, Eifersucht, um Ängste und vor allem um Musik. Die Spielszenen werden immer wieder von Musikstücken unterbrochen oder untermalt, die grundsätzlich am Hip-Hop orientiert sind, aber von unterschiedlichen Musik- und Tanzgruppen präsentiert werden. Mit von der Partie sind dabei auch die Turn- und Tanz-AG des Otto-Hahn-Gymnasiums, die Bigband der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und der Fanfarenzug Neuhof, eine Seniorentanzgruppe, eine Jumpstyle-Gruppe und Rope-Skipper. Aber auch die Hauptdarsteller selbst singen und rapen.

Lob von Musikpädagoge Voit: Film ist interkulturelles Meisterstück

Prof. Johannes Voit, Musikpädagoge an der Universität Bielefeld, lobte den Musical-Film in seiner Laudatio: „Westside Culture Clash ist ein interkulturelles Meisterstück.“

Das Ziel, musikalische Welten aufeinander prallen zu lassen, sei hervorragend umgesetzt worden. „Es ist alles andere als selbstverständlich, dass Hip-Hopper zusammen mit Seniorentanzgruppen und Fanfarenzügen agieren“, so Voit. Der Film schaffe dadurch Verständnis für andere und ihre Art, Musik zu machen. Voit: „Und genau das ist der Grund, warum wir uns als Jury entschieden haben, den Förderpreis Musikvermittlung diesmal an einen Film zu vergeben.“

Weitere Aufführungen von „Westside Culture Clash – Für die Familie“ finden am Samstag, 18. August, ab 21 Uhr, Musa, Open Air-Vorstellung) sowie am Freitag, 14. September, 18 Uhr (Kinovorstellung Lumière) statt.

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