"Geschäfte müssen weitergehen"

Drei Fragen nach dem Tod von Hamelns Landrat

Bernhard Reuter, Göttingens Landrat

Göttingen. Der Tod des Hamelner Landrats Rüdiger Butte sorgt auch in der Göttinger Kreisverwaltung für Betroffenheit. Abschotten wird sich das Göttinger Kreishaus aber auch in Zukunft nicht, wie Göttingens Landrat Bernhard Reuter deutlich macht.

Herr Reuter, haben Sie nach dem Tod Ihres Hamelner Landrats-Kollegen Rüdiger Butte jetzt jedes Mal ein mulmiges Gefühl, wenn Sie einen Besucher in Ihrem Büro empfangen?

Bernhard Reuter: Der tragische Tod ist etwas, das uns alle tief betrifft und traurig macht. Er war ein Kollege, der den Ruf besonderer Bürgernähe hatte. Dass ihm gerade das zum Verhängnis geworden ist, ist natürlich tragisch. Man muss da aber klar trennen können. Ein mulmiges Gefühl kann ich mir nicht erlauben. Die Geschäfte müssen so weitergehen wie bisher.

Gab es bisher Sicherheitsvorkehrungen im Kreishaus?

Reuter: Nein, es gibt keine durchgängigen Kontrollen. Nach dem Brandanschlag auf die Ausländerbehörde wurden in diesem Bereich Sicherheitstüren installiert. Insgesamt ist das Kreishaus aber offen und frei zugänglich. Mein Wunsch ist, dass das auch so bleibt.

Plant der Landkreis Göttingen denn zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen?

Reuter: Wir stellen schon fest, dass die Gewaltbereitschaft steigt. Wir wollen aber weiterhin eine offene, bürgernahe Verwaltung. Ich als Landrat möchte weiterhin ansprechbar sein. Das muss man gegen mögliche Sicherheitsvorkehrungen abwägen. Noch ist es aber zu früh, darüber nachzudenken. Jetzt ist erstmal die Zeit des Gedenkens und der Trauer. (p/vsz)

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