Landvolktag in Landolfshausen

Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast will Brücken bauen

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Viel Zustimmung von den Gästen: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (4. von rechts) warb beim Landvolktag in Landolfshausen für den Berufsstand der Landwirte und gratulierte zusammen mit Kreislandwirt Hubert Kellner (2. von links) den frischgebackenen Landwirten.

Landolfshausen. Brücken bauen zwischen Landwirtschaft und Verbraucher – das hat sich die neue niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) vorgenommen.

„Ich möchte nicht vor und nicht hinter Ihnen stehen, sondern ich stehe an ihrer Seite“, sagte die Ministerin in ihrer Festrede vor 280 Landwirten und Ehrengästen beim traditionellen Landvolktag des Landvolks Göttingen in Landolfshausen. Mit der neuen Ministerin haben die Bauern nun eine Frau aus ihren eigenen Reihen: Otte-Kinast war zuvor die Vorsitzende der niedersächsischen Landfrauen.

Die Erfolgsgeschichte der immer produktiver werdenden Landwirtschaft habe auch Kritiker auf den Plan gerufen, so die Ministerin. Ob Tierwohl, Pflanzenschutz, Nitrat oder Düngeverordnung – die Weiterentwicklung der Landwirtschaft sei eine gesellschaftliche Mammutaufgabe: „Ich werde die Landwirtschaft damit nicht allein lassen, aber wir brauchen dazu jeden Landwirt und ich erwarte auch, dass jeder Landwirt seinen Teil dazu beiträgt. Für den Erfolg brauche ich Sie“, appellierte sie an die Gäste.

Sie komme aus der Landwirtschaft und wisse, wo der Schuh drücke, so Otte-Kinast, die die zunehmende Bürokratie in der Landwirtschaft kritisierte. Sie wolle die Landwirtschaft wieder in der Mitte der Gesellschaft verankern – das könne aber nur gelingen, wenn man Probleme offen anspreche und sie löse.

Ein besonderes Lob sprach Otte-Kinast dem Göttinger Landvolk aus, das vorbildlich Öffentlichkeitsarbeit leiste und sich der Gesellschaft öffne. Vor dem Hintergrund, dass immer öfter Landwirtskinder in der Schule gemobbt würden, sagte die Ministerin: „Ich würde mich freuen, wenn Kinder demnächst wieder mit Stolz sagen können, dass ihre Mutter oder ihr Vater Landwirte sind.“

Zuvor hatte Göttingens Landrat Bernhard Reuter eine Lanze für den ländlichen Raum gebrochen, der politisch nach wie vor vernachlässigt werde, obwohl er knapp die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes, die Hälfte der Arbeitsplätze und zwei Drittel der Handwerksbetriebe stelle. An Ministerin Otte-Kinast gerichtet sagte Reuter: „Bei der Förderung der ländlichen Räume haben Sie die Landkreise an Ihrer Seite.“

Kreislandwirt und Landvolkvorsitzender Hubert Kellner resümierte, dass es ein schwieriges Jahr für die Landwirte gewesen sei und nannte mit den Wetterextremen, Bürokratie, Düngeverordnung, Glyphosat, Tierwohl und Insektensterben nur einige der Themen. Zudem werde Landwirtschaft schon jetzt von Einigen in den Dörfern als Störfaktor wahrgenommen. „Stirbt die Landwirtschaft, stirbt das Dorf“, so Kellner. Er wünscht sich für seinen Berufszweig mehr Vertrauen, Anerkennung und gesellschaftliche Akzeptanz.

Viele Ehrungen auf Landvolktag des Landvolkes Göttingen

Als frisch gebackene Landwirte wurden ausgezeichnet: Sebastian Balzereit, Felix Benseler, Till Bermond, Jeremias Borchardt, Clemens Bürger, Philip Gotthardt, Hendrik Hoffmann, Henrik Kiene, Janis Röttger, Florian Schierenberg, Steffen Schmidt, Markus Sottmann, Henrik Zimmermann, Niklas Frommhold und Maximilian Fahlbusch. 

Ihre nebenberuflich absolvierte Ausbildung zum Landwirt haben abgeschlossen: Hendrik Arend, Lars Kirstan, Christiane Meyer, Christian Mühlhausen, Jens Rehberg, Jörg Renneberg, Andreas Schumann und Marina Zapfe. 

Zudem wurden Alexander Böning und Sebastian Hövener als frisch gebackene Landwirtschaftsmeister, Sabine Wollenweber als landwirtschaftliche Betriebswirtin sowie Louis Stange als Bachelor-Agrar geehrt. Im Foto zudem Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sowie Kreislandwirt Hubert Kellner, die den jungen Landwirten gratulierten.

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