„Nicht die feine englische Art“

Landwirte im Kreis Göttingen kritisieren Volksbegehren für Artenvielfalt

+
Vor einem Blühstreifen in der Feldmark Sieboldshausen: (von links) Hubert Kellner, Frank Doods, Albrecht Trieselmann, Gerd Hujahn und Thomas Ehbrecht.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schlägt mit seinem Volksbegehren nach mehr Artenvielfalt über die Stränge, finden Landwirte im Kreis Göttingen.

Sieboldshausen – Das sei „nicht die feine englische Art“, nachdem im Mai Landwirtschaft, Naturschutz und Politik den sogenannten „Niedersächsischen Weg“ genau dafür unterzeichnet habe, kritisierte der Vorsitzende der Göttinger Kreislandwirte, Hubert Kellner (Desingerode) bei einem Ortstermin in der Feldmark Sieboldshausen bei Göttingen.

Im Niedersächsischen Weg“ verpflichten sich die Beteiligten, konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen. Zu den Unterzeichnern zählte auch der Vorsitzende des Nabu Niedersachsen, Dr. Holger Buschmann. Gleichwohl kritisiert der Verband, es gäbe damit keine wirklichen Verbesserungen.

Der Staatssekretär im Landesumweltministerium, Frank Doods (SPD), verteidigte die Vereinbarung ebenfalls. Nach Möglichkeit solle sie bis Ende des Jahres in Gesetzform gegossen und jährlich etwa 110 Millionen Euro in die Hand genommen werden, sagte Doods.

In dem Rahmenvertrag sind unter anderem folgende Punkte enthalten: breitere Gewässerrandstreifen, die Reduktion chemischer Pflanzenschutzmittel, die Schaffung von Biotopverbünden auf 15 Prozent der Landesfläche beziehungsweise zehn Prozent der Offenfläche und die Schaffung von mehr Landschaftselementen wie Hecken, Baumreihen und Alleen und die Erhöhung des Ökolandbaus auf 15 Prozent.

Die beiden Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn (SPD, Lippoldshausen) waren sich ebenfalls in ihrer Ablehnung des Volksbegehrens einig. Hujahn: „Der Niedersächsische Weg ist bundesweit einmalig und ein Meilenstein.“

Landwirt Albrecht Trieselmann (Sieboldshausen) betonte, die Landwirte würden den „Niedersächsischen Weg“ mitgehen.

Der Geschäftsführer des Landvolkverbandes, Achim Hübner, wies darauf hin, wie wichtig der finanzielle Ausgleich für die Landwirte sei, wenn sie beispielsweise auf ihren Flächen Blühstreifen anlegen würden. „Die Betriebe müssen auch wirtschaftlich überleben.“  zhp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.