Lauterbach und Oppermann fordern Aufwertung der Pflegeberufe

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Viele Menschen werden vom neuen Pflegestärkungsgesetz II profitieren: Das erwarten (von links) Thomas Oppermann, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Duderstadt, Doris Glahn, der SPD-Gesundheitsexperte Prof. Dr. Karl Lauterbach und Schwester Anna Schenck von der Caritas.

Duderstadt. Prof. Dr. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD im Bundestag, erwartet durch die Umsetzung des Pflegestärkungsgesetz II in den nächsten zwei Jahren erhebliche Verbesserung in der Pflege.

Im Duderstädter Hotel Zum Löwen informierte er etwa 70 Zuhörer über die größte Reform der Sozialversicherung in den vergangenen 20 Jahren. Als Kern nannte er die Umstellung auf fünf Pflegegrade, für die sechs Punkte geprüft würden: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte. Daraus werde künftig der Pflegegrad abgeleitet. Er erwartet, dass damit sowohl die Menschen besser gepflegt als auch die Pflegenden von Bürokratie entlastet werden könnten.

Ganz wichtig ist, dass der zu leistenden Eigenanteil der zu Pflegenden in alle Pflegegraden gleich bleibe. Damit könnten sich auch sozial schwächere Menschen einen höheren Pflegegrad leisten. „Niemand wird sich schlechter stehen, aber viele besser.“

Außerdem wird die Situation pflegender Angehöriger verbessert, so Lauterbach. Künftig zahlt die Pflegeversicherung Rentenbeiträge für alle Pflegepersonen, die einen Pflegebedürftigen im Pflegegrad 2 bis 5 mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens zwei Tage, zu Hause pflegen. Lauterbach rechnet damit, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahrzehnten stark ansteigt. Besondere Herausforderung sei die steigende Zahl der Demenzkranken. 2050 dürfte ihr Anteil bei 90 Prozent liegen.

Tipps gegen Demenz

Der Mediziner gab abschließend noch ganz praktische Ratschläge zur Demenzvermeidung: Bluthochdruck konsequent behandeln, Vermeidung von Übergewicht, regelmäßige Bewegung und eine gute Behandlung von Depressionen.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Thomas Oppermann (Göttingen), sagte, die Pflegeberufe müssten finanziell und gesellschaftlich aufgewertet werden. Langfristig müssten sie in der Bezahlung Alten- und Krankenpflegern gleichgestellt werden. Darüber hinaus fordert er eine Entlastung der Familien. (zhp)

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