Badespaß und Lebensgefahr im See: Kreis Göttingen kontrolliert

Baggersee bei Rosdorf: Hier ist das Baden verboten. Viele halten sich nicht daran und bringen sich so in Lebensgefahr. Foto: Rampfel

Göttingen/Rosdorf. Während der heißen Tage suchen viele Abkühlung in Seen und Freibädern. In bestimmten Gewässern ist das Baden aber verboten, da dies lebensgefährlich sein kann.

Hintergrund: In diesen Seen gibt es keine Badeaufsicht. Der Landkreis Göttingen kündigt deshalb verstärkte Kontrollen, zum Beispiel am Rosdorfer Baggersee, an. Dort waren Anfang der Woche bereits zehn illegal parkende Autos festgestellt worden.

In diesem See gab es vor zwei Wochen einen tödlichen Badeunfall, bei dem ein Asylbewerber aus dem Sudan ertrunken war. Es gibt noch einen weiteren, ähnlichen Fall: Am Dienstag dieser Woche ertrank ein weiterer Asylbewerber in einem Baggersee in Nordhessen. Er ging beim Baden in einem Gewässer bei Bebra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) unter.

Nicola Dubacher vom Landesverband Niedersachsen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit Migrationshintergrund zum Teil recht wenig Erfahrung beim Schwimmen haben. Ein Problem sei zudem, dass Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund teilweise aus religiösen Gründen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen können. Sie rät im Zweifelsfall unbedingt zur Teilnahme an Schwimmkursen, wenn keine ausreichende Erfahrung vorhanden ist. „Dazu kann man auch den Schwimmmeister fragen.“ Außerdem bieten viele DLRG-Ortsgruppen Schwimmkurse an.

Gleichzeitig stellt Pressesprecherin Dubacher klar: „Das Seepferdchen alleine macht noch keinen sicheren Schwimmer.“ Dazu sollte man mindestens das Schwimm- beziehungsweise Jugendabzeichen in Bronze, umgangssprachlich Freischwimmer genannt, absolvieren. Außerdem rät sie, Kinder in Bädern auf keinen Fall aus den Augen zu lassen. Außerdem sollte man sich bei der Schwimmausbildung von Kindern und Jugendlichen nicht nur auf den Unterricht in der Schule verlassen.

Die Göttinger Kreisverwaltung stellt zudem nochmals klar: Der Kiesteich bei Rosdorf ist kein zugelassenes Badegewässer. Daher gibt es keine Aufsicht. Das Baden in diesem Gewässer ist grundsätzlich verboten. Untersuchungen der Wasserqualität finden übrigens nicht statt. Die Zufahrtswege sind für Autos durch entsprechende Beschilderungen ausdrücklich gesperrt, sagt Pressesprecher Ulrich Lottmann.

Insbesondere in den Freibädern der Kommunen ist das Baden einfach sicherer, weil immer ein Schwimmmeister vor Ort ist. Auch an offiziellen Badestellen gibt es in aller Regel eine professionelle Badeaufsicht.

www.dlrg.de

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