Revisionsarbeiten und defektes Rohr

Leck im Atomkraftwerk Grohnde beseitigt - Bis 1. Mai abgeschaltet

Revision und Schäden gefunden: Blick auf die Kühltürme des vom Energiekonzern E.ON gemeinsam mit den Stadtwerken Bielefeld betriebene Atomkraftwerk Grohnde in Emmerthal bei Hameln. Das 1984 fertiggestellte Kernkraftwerk ist wegen Revisionsarbeiten abgeschaltet worden. Auch wurde ein Leck an einem Rohr entdeckt. Archivfoto: dpa

Grohnde/Hannover. Das mehr als 30 Jahre alte Atomkraftwerk Grohnde wird von Samstag, 11. April, bis Freitag, 1. Mai, keinen Strom produzieren, es ist wegen Revisionsarbeiten abgeschaltet worden. Außerdem wurde ein defektes Rohr entdeckt, wie das Umweltministerium in Hannover mitteilte.

Bei einem Anlagenrundgang im AKW hatten Techniker ein tropfendes Leck an einer Rohr-Schweißnaht bemerkt. Das Rohrleitungsstück gehört zum „TR-System“, das dem Sammeln und der Dekontaminierung der im Kontrollbereich anfallenden Abwässer dient. Die Schadstelle sei abgedichtet worden. Nun soll bei weiteren Untersuchungen die Ursache geklärt und das weitere Vorgehen mit der Aufsichtsbehörde unter Beteiligung von Sachverständigen abgestimmt werden, teilte Ministeriumssprecher Rudi Zimmeck mit.

Die geplante Revision des von E.ON Kernkraft GmbH betriebenen Kraftwerks ist vorwiegend durch routinemäßige Instandhaltungsarbeiten und wiederkehrende Prüfungen gekennzeichnet und wird voraussichtlich bis zum 01. Mai dauern.

Zur Optimierung des Brennelemente-Einsatzes werden in dieser Revision 20 Brennelemente gegen frische getauscht, für Oktober 2015 ist ein weiterer Brennelementwechsel vorgesehen. In dieser Revision wird der im Vorjahr begonnene Austausch der Drosselkörper abgeschlossen werden.

Alle für die nukleare Sicherheit bedeutsamen Revisionsarbeiten werden vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und zugezogenen Sachverständigen der TÜV NORD EnSys Hannover GmbH & Co. KG sowie der TÜV NORD Bautechnik GmbH (Hamburg) kontrolliert und überprüft.

Das AKW Grohnde soll bis 2022 laufen und ist seit 1984 in Betrieb. Die Landkreise Northeim, Holzminden und Göttingen – und die Stadt Kassel – liegen bei einem Störfall mit radioaktivem Austritt in der 80-Kilometer-Gefahrenzone.

Auch im Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Leese (Kreis Nienburg) gibt es neuen Ärger mit Atommüll: Laut Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hatten Kontrolleure dort an einem 30 Jahre alten Fass rostige Deckelschrauben entdeckt. Jetzt soll untersucht werden, ob die Ursache von außen oder aus dem Inneren des Behälters stammt.

Vor einem Jahr war ein von Rost zerfressenes Fass geborgen worden. Wenzel hält einen Hallenneubau für notwendig: „Dabei geht es nicht darum, noch mehr Abfälle dort zu lagern, sondern die Bedingungen zu optimieren und die einzelnen Fässer besser zugänglich zu machen.“ (tko)

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