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Leidesweg Christi wird in Heiligenstadt dargestellt

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Palmsonntagsprozession: Viele Menschen säumen die Straßen, um den Umzug zu verfolgen. Archi
Palmsonntagsprozession: Viele Menschen säumen die Straßen, um den Umzug zu verfolgen. Archi © Werner Keller/nh

5000 Besucher werden in diesem Jahr zur ersten Osterprozession in Heilgenstadt erwartet. Nach zwei Jahren Coronapause kann der Umzug wieder stattfinden.

Heiligenstadt – Nach zweijähriger, corona-bedingter Unterbrechung, gibt es am kommenden Sonntag, 10. April, wieder eine Prozession in Heiligenstadt. Die Palmsonntagsprozession, die den Leidensweg Jesu beim Einzug in Jerusalem nachvollzieht, ist seit 2017 immaterielles Weltkulturerbe der Unesco. Sie ist einer der wenigen im deutschsprachigen Raum.

Im vergangenen Jahr fand sie in Heiligenstadt nur im Kleinformat statt, die sechs Bilder des Umzuges wurden von Trägern an verschiedenen Standorten der Stadt aufgebaut. Sie zeigen den Leidensweg Jesu. Themen sind das Heilige Abendmahl, Christus am Ölberg, die Verspottung, die Kreuzigung, die schmerzafte Mutter und das heilige Grab.

In der 400-jährigen Geschichte konnte die Veranstaltung nur wenige Male nicht stattfinden

Dieses Jahr nun richtet sich die Eichsfeldstadt auf 5000 Besucher aus der Region Erfurt, Kassel, Göttingen ein. Die Zahl der Aktiven, die ab 14 Uhr von der Lindenallee über die Wilhelmstraße wieder zurück zur Lindenallee laufen, dürfte mindestens ebenso groß sein. Dort findet zum Abschluss ein Gottesdienst statt. Erstmals wurde die Palmsonntagsprozession von Heiligenstadt 1581 erwähnt.

Fand der Leidensumzug früher an Karfreitag statt, wurde er 1734 auf den Sonntag vor Ostern vorverlegt. Damit wollte man mehr Menschen die Teilnahme ermöglichen.

In der 400-jährigen Geschichte konnte die Veranstaltung nur wenige Male nicht stattfinden, so während des 30-jährigen Krieges, während des Schneesturms 1899 und im Kriegsjahr 1945. In den Nachkriegsjahrzehnten wagte auch das SED-Regime nicht, an der Tradition der Katholiken zu rütteln.

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