OECD-Studie: Lesekompetenz entscheidend für Beschäftigung – VHS bietet Hilfe

Lesen erhöht die Chancen

GundulaLaudin

Göttingen. 7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig Lesen. Aber die Lesekompetenz ist ein entscheidender Faktor für Beschäftigung und Einkommen. Das geht aus dem internationalen Bildungsbericht „Bildung auf einen Blick 2014“ hervor, den die Industrieländerorganisation OECD vorgestellt hat. In Göttingen bietet die Volkshochschule gezielt Hilfe an.

Das Ergebnis zeigt, dass das Risiko der Arbeitslosigkeit mit einem Mangel an Kompetenz steigt. Im Länder-Durchschnitt waren 5,8 Prozent der Erwachsenen mit Hochschulreife, aber mit mittlerer Lesekompetenz, arbeitslos.

Im Durchschnitt verdient ein Erwachsener mit Hochschulabschluss und ausgeprägtem Leseniveau etwa 45 Prozent mehr als ein Erwachsener mit ähnlichem Bildungsstand und schwacher Lesekompetenz.

Mit Leseförderung soll eine Basis für Chancengleichheit geschaffen, Hemmschwellen gesenkt und Zugänge zu Lesen und Bildung geöffnet werden, wie auch Gundula Laudin von der Volkshochschule Göttingen bestätigt. Bund, Länder und Kommunen, aber auch Unternehmen und Verbände seien gefordert, sich für die Leseförderung stark zu machen und in diesen Zweig zu investieren. Das sei nicht nur für den Bildungs-, sondern auch den Wirtschaftsstandort Deutschland entscheidend.

„Lesen ist der Schlüssel zur Welt.“

„Es kostet viel Geld.“, sagt Gundula Laudin. Wer nicht lesen könne, sei zunehmend von Arbeitslosigkeit bedroht.

Der „Runde Tisch“ der VHS zum Thema Grundbildung lud Schulleiter von Grundschulen und weiterführenden Schulen in Göttingen ein. „Die Familie spielt eine große Rolle, wir wollen Eltern einbinden, Lehrer integrieren und alle Partner mobilisieren“, betont Laudin. Auch Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen in Mainz, sagt:

„Die OECD-Studie zeigt eindeutig: Lesen ist eine Schlüsselkompetenz und Voraussetzung für beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe.“

Weiter sagt er: „Allerdings leben in Deutschland immer noch rund 7,5 Millionen Erwachsene, die nicht richtig lesen und schreiben können.“

Um dieser Herausforderung zu begegnen und eine dauerhafte Verbesserung der Lesekompetenz zu erreichen, müsse so früh wie möglich mit der Leseförderung begonnen werden. „Je früher, desto besser. Kinder müssen Freude am Lesen finden“, sagt Gundula Laudin. „Lesen ist der Schlüssel zur Welt.“ Kinder und Jugendliche müssen demnach in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Die Studie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer hohen Qualifikation nach wie vor stark vom familiären Umfeld abhängig ist.

Familienzentren

Die Ergebnisse bestätigen den Ansatz, bildungsbenachteiligte Kinder und Familien, die als lesefern gelten, mit nachhaltigen und innovativen Projekten anzusprechen. Familienzentren bieten Eltern und Kindern ein Begegnungs-, Bildungs-, und Beratungsangebot im Landkreis Göttingen an. Weitere Infos gibt es im Internet. (mtg)

http://zu.hna.de/famgoe914

www.stiftunglesen.de

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