Palliativzentrum der Göttinger Universitätsmedizin sucht neue ehrenamtliche Mitarbeiter

Den letzten Tagen mehr Leben geben

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Kuchen und Kontakte: Ein Mittel für die Ehrenamtlichen des Palliativzentrums, um schwerkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

Göttingen. Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den verbleibenden Tagen mehr Leben geben. So beschreiben die Ehrenamtlichen des Palliativzentrums der Göttinger Universitäts-Klinik ihr Ziel, wenn sie schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten.

„Wir sind da für ein Gespräch oder für einen Spaziergang. Wir hören zu oder lesen vor, bringen einen Blumenstrauß mit oder Kuchen“, sagt die Koordinatorin für das Ehrenamt am Palliativzentrum, Kathrin Heiß. Sie übt dieses Amt zusammen mit ihren Kolleginnen Stefani Gulke und Ingrid Eichner aus.

Die Ehrenamtlichen gibt es seit fünf Jahren am Palliativzentrum. Aus Anlass dieses Geburtstags luden sie jetzt zu einem Informationstag in die Mildred-Scheel-Akademie an der Von-Sieboldt-Straße 3 ein, den zahlreiche Interessierte nutzten, um die Arbeit kennen zu lernen.

Begleitung

Derzeit gibt es 45 Frauen und Männer im Alter von 27 bis 75 Jahren, die sich ehrenamtlich für Menschen in der letzten Lebensphase engagieren: zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Sie werden auf diese Tätigkeit mit Schulungen vorbereitet, der nächste Kurs für Neueinsteiger findet im kommenden Jahr statt. Die Motivation dafür ist ganz unterschiedlich: „Es ist schön, dem Kranken Geborgenheit zu geben“, lautet eine Antwort. Eine andere: „Ich mach das Ehrenamt, weil ich nach dem Tod meines einzigen Kindes etwas Sinnvolles tun wollte zu diesem Thema und um im Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreis und anderen Kontexten den Tod zu enttabuisieren.“

Eine der vielen Aktivitäten fasst das Zentrum unter dem griffigen Kürzel der drei K’s zusammen: „Kaffee, Kuchen und Kontakte.“ Darüber kommt man sich näher, darüber entstehen Gespräche und Nähe.

Auch die Ehrenamtlichen profitieren von der Arbeit: „Ich wünsche mir, dass ich nicht plötzlich sterbe, sondern Zeit zum Abschied habe. Das alles fühlt sich normaler an, es gehört dazu. Es ist ein Teil des Lebens.“

Bei einer Fachveranstaltung am Montag, 23. September, um 16 Uhr im Palliativzentrum wird das Ehrenamt im internationalen Vergleich und zwischen „Anspruch und Wirklichkeit“ in Niedersachsen gewürdigt. Interessenten für das ehrenamtliche Angebot können sich an das Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen wenden. (zhp)

Kontakt: Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen, Stefanie Gulke, Telefon 0551/ 39-10514, E-Mail: ehrenamt-pzg@med.uni-goettingen.de

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