Die feierliche Verleihung erfolgt am 23. Juni in Göttingens polnischer Partnerstadt Torun

Linde-Preis geht an Rylski und Kronauer

Eustachy Rylski
+
Eustachy Rylski

Göttingen. Der von den beiden Partnerstädten Thorn in Polen und Göttingen gemeinsam gestiftete Samuel-Bogumil- Linde-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den polnischen Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor Eustachy Rylski sowie an die deutsche Schriftstellerin Brigitte Kronauer.

Der Preis wird am Sonntag, 23. Juni, in Torun verliehen. Beide Preisträger und eine Delegation aus Göttingen werden anwesend sein. Die Laudatio auf Brigitte Kronauer hält Prof. Dr. Ernst Osterkamp, Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität Berlin.

Eustachy Rylski, geboren 1944 in Nawojowa in der Nähe von Nowy Sacz, ist Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor. Sein im Jahr 1984 veröffentlichter Roman „Stankiewicz“ war das Debut des Jahres und überzeugte Leser wie Kritiker. Die erste Auflage des Buches war schnell ausverkauft, das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt und seine Filmrechte verkauft. Bis heute veröffentlichte Eustachy Rylski mehrere Romane, fünf Theaterstücke sowie Kurzgeschichten und Erzählungen.

Das Werk von Eusachy Rylski besticht nach Angaben der Stadt vor allem durch die präzise Zeichnung seiner literarischen Figuren, ihrer Hoffnungen, ihrer Konfrontation mit einer unbarmherzigen Realität und ihrer Konflikte, die nicht nur in dem Duell-Roman Warunek (Die Bedingung) als Verstrickungen der Hassliebe zum Anderen erscheinen. Rylskis literarische Sprache ist betont sachlich.

Brigitte Kronauer

Brigitte Kronauer, geboren 1940 in Essen, studierte Germanistik sowie Pädagogik und war einige Jahre als Lehrerin in Aachen und Göttingen tätig. Seit 1974 lebt und arbeitet sie in Hamburg als freie Schriftstellerin. Mit Romanen wie „Frau Mühlenbeck im Gehäus“ (1980), „Teufelsbrück“ (2000) und „Verlangen nach Musik und Gebirge“ (2004) ist sie bekannt geworden; zudem hat sie vielbeachtete poetologische Essays veröffentlicht.

Kronauer ist Trägerin zahlreicher Literaturpreise. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Fontane-Preis der Stadt Berlin, mit dem Heinrich-Böll-Preis, dem Hubert-Fichte-Preis, dem Joseph-Breitbach-Preis, dem Grimmelshausen-Preis, dem Mörike-Preis, dem Bremer Literaturpreis, dem Georg-Büchner-Preis der Darmstädter Akademie 2005 und zuletzt 2011 mit dem Jean-Paul-Preis ausgezeichnet.

Die Büchner-Preisträgerin Kronauer hat ein bedeutendes Werk hervorgebracht, das seit dem Jahr 1980 kontinuierlich vom Verlag Klett-Cotta gepflegt wird. Von Beginn an hat Kronauer in ihren Romanen Geschichten erzählt, die kunstvoll komponiert sind, häufig geprägt von kontrastierenden Personenkonstellationen, von extremen Perspektivwechseln und dem Wegkippen von Gewohntem, was die Fähigkeit äußerst präziser Wahrnehmung voraussetzt. (bsc)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.