Streit um Nahverkehrsangebot

Linke: Busanbindung für Siekhöhe in Göttingen muss sein

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Ehemaliger Großmarkt auf der Siekhöhe: Dort entstand eine Flüchtlingsunterkunft. Jedoch besteht keine Busanbindung für die Einrichtung.  

Göttingen. Die Busanbindung des Industriegebietes Siekhöhe nahe der A 7 ist schlecht – und sie wird schlecht bleiben: Der Ausschuss für Umwelt und Mobilität hat einen Anschluss an das Busnetz abgelehnt. Das stört die Göttinger Linke, auch, weil dort die große Flüchtlingsunterkunft ist.

Die in der dort, weit abseits von Wohngebieten, lebenden Geflüchteten würde so auch der Zugang zum öffentlichen Leben, zur Innenstadt, zu Behörden und Arbeitsstellen erschwert. Die nächste Bushaltestelle ist mehr als einen Kilometer entfernt.

Die Linke nimmt die Entscheidung mit Befremden zur Kenntnis, zumal die Verwaltung und die Verkehrsbetriebe selbst vor der Entscheidung im Ausschuss mitgeteilt hatten, „dass die vorhandene Busanbindung über Bushaltestellen an der Kasseler Landstraße oder auch an der Siekhöhenallee mit einem fußläufigen Abstand von über einem Kilometer auf keinen Fall den üblichen Standards entsprechen würde“, wie Edgar Schu sagt.

Auch das Argument, dass es nicht nur um den Anschluss der Flüchtlingsunterkunft mit einer Kapazität von 400 Menschen ginge, sondern auch um einen ebenfalls dort beheimateten Industriebetrieb mit mehr als 160 Mitarbeitern.

Auch ein Probebetrieb, befristet auf ein Jahr wurde abgelehnt – mit den Stimmen der Ausschussvertreter von SPD, Grünen, CDU, FDP.

Erstaunlich sei, dass in derselben Sitzung der Busbetrieb zum Reiterhof Kehr genehmigt wurde. „Das ist eine falsche Prioritätensetzung, diejenigen, die zu ihren verpflichtenden Deutschkursen, zur Schule, zur KiTa gelangen oder Behördengänge in der Innenstadt erledigen müssen, vom öffentlichen Nahverkehr auszuschließen.“

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