Linke und CDU fordern Sozialwohnungen auf neuem Sartorius-Quartier

Sartorius-Quartier in der Nordstadt: Der Bereich zwischen Hannoverscher Straße (links) und Annastraße umfasst das alte Sartorius-Werksgelände. Dort soll neu gebaut werden. Foto: Rampfel

Göttingen. Die Stadt hätte das Sartorius-Quartier kaufen und dort auch sozialen Wohnungsbau betreiben müssen. Diese Meinung vertritt die Stadtratsfraktion der Göttinger Linken. Die CDU-Ratsfraktion fordert nun einen neuen Bebauungsplan und darin die Berücksichtigung von Sozialwohnungen.

Die Linke kritisiert die Pläne für das alte Sartorius-Gelände in der Nordstadt: Dort würden nach dem Verkauf an Hamburg-Team, das auch die Projektrealisierung betreibt, keine Wohnungen mit Sozialbindung geschaffen. Stadt und Unternehmen würden somit ihrer sozialen Verantwortung nicht gerecht.

Besser wäre gewesen, wenn die Stadt die Möglichkeit zum Kauf der Immobilien bekommen hätte. „Die Frage des Kaufpreises dürfte dabei für die Stadt in Zeiten von Niedrigzinsen und unter Hintenanstellung des Fetischs der Schwarzen Null kein unüberwindliches Hindernis gewesen sein“, teilt Gerd Nier mit. Nun aber käme man dem Ziel, in mehr bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit kleinem Einkommen zu schaffen und zu erhalten, kein wesentliches Stück näher.

Die CDU sieht es ähnlich, macht aber einen konkreten Vorschlag: Sie will einen Bebauungsplan für die drei Hektar große Fläche. Hans Otto Arnold kündigte an, im Bauausschuss die Meinung einzuholen und fraktionsübergreifend einen Antrag einzubringen. Einen gravierenden Zeitverzug für das Projekt erwartet er deshalb nicht: „Wenn alle an einem Strang in die richtige Richtung ziehen, muss es durch die zügige Aufstellung des Bebauungsplanes keineswegs zu nennenswerten Verzögerungen kommen.“

Peter Jorzick von Hamburg-Team hatte bei der Bürger-Info gesagt, dass es in Hamburg üblich sei, Investoren einen Anteil an zu bauenden Sozialwohnungen vorzuschreiben. Das habe immer auch Auswirkungen auf die Preiskalkulation bei der Vermietung des gesamten Areals.

Arnold sieht in einem B-Plan nur Vorteile: „Er bietet für alle direkt Beteiligten, aber auch für die weitere Nachbarschaft klare Vorgaben und zusätzliche Entwicklungschancen – im Gegensatz zum äußerst dehnbaren Paragraphen 34 des Baugesetzes.“ Die Projektierung bezeichnet er als „hemdsärmelig“. Sie habe bei Göttinger Investoren und Planern Unruhe ausgelöst.

Unabhängig von Arnolds Meinung war zu hören, dass auch ernstgemeinte Anfragen vom dem ursprünglichen Konzeptplaneungbüro Holzer Dobler Architekten kühl abgewiesen worden waren.

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