Kreistagsfraktion will Naherholungsgebiet schaffen

Rosdorfer Kiessee: Linke wollen Baden erlauben

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Karibikfeeling in der Leineaue: Am Baggersee in Rosdorf liegen Sonnenanbeter am „Strand“ und erfrischen sich im grünen Wasser. Der See wird seit Jahrzehnten als Schwimmmöglichkeit genutzt. Die Firma Oppermann baut hier Kiess ab.

Rosdorf. Das Baden ist hier eigentlich verboten. Aber bei Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius und purem Sonnenschein lässt das Verbot viele Besucher des Rosdorfer Baggersees kalt:

Sie suchen und finden die Erfrischung und das Sonnenbad am Rosdorfer See, der von vielen Menschen aus der Umgebung als inoffizieller Badesee und als Naherholungsgebiet genutzt wird.

Die Linken im Kreistag fordern nun eine Freigabe – also das legale Badevergnügen im Rosdorfer See.

„Er wird seit mehr als 30 Jahren von allen Bevölkerungsgruppen als Badesee genutzt und auf einschlägigen Internetseiten als solcher aufgeführt“, begründet Dr. Eckhard Fascher, Fraktionschef der Linken im Kreistag.

Fascher weist auch auf die Missstände hin, die die Nutzung verursacht: „Es gibt keine Sanitäranlagen und keine geregelte Müllentsorgung.“ Eine Legalisierung des Badesees könnte Abhilfe schaffen, weil klare Regelungen und eine Infrastruktur aufgebaut werden könnten.

Ein Problem ist neben dem Müll, den einige Gäste zurücklassen auch das wilde Parken vor den – zeitweise abgesperrten – Zufahrten. Das wird von den Verwaltungen moniert und mit „Knöllchen“ für die Wildparker belohnt. Gäste sollten auch auf jeden Fall die Zufahrtswege nicht mit Autos zuparken, denn die Rettungswege müssen frei bleiben.

Müll ist ein Problem

Fascher jedenfalls sieht die Kreisverwaltung in der Pflicht etwas zu tun, auch, weil die Kiesförderung durch die Firma Oppermann (Hedemünden) „wohl nur noch wenige Jahre dauern wird“, wie Fascher der HNA sagte. Informationen über den weiteren Kiesabbau in Rosdorf waren am Freitag im Unternehmen nicht zu bekommen.

Gegen den Müll jedenfalls wird schon etwas getan: Ein Badegast kümmert sich um die Sauberkeit des See-Geländes und hält vor allem junge Gäste an, ihren Unrat nicht in die Landschaft zu werfen. Das Gelände, auf dem das Kieswerk Rosdorf steht und sich der maximal etwa 40 Meter tiefe See gebildet hat, ist Pachtgelände der Klosterkammer Hannover. Seit 1969 wird hier der hochwertige Leinekies gewonnen (tko/ysr)

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